30 April, 2017

  • Boardgamegeek
Angespielt / Durchgespielt: Arkham Horror – Das Kartenspiel
Photo Credit To Heidelberger Spieleverlag

Angespielt / Durchgespielt: Arkham Horror – Das Kartenspiel

Moment! Arkham Horror: Das Kartenspiel? Das kommt doch erst raus! Richtig – auf deutsch. In englisch ist das Spiel schon erhältlich und ich hatte die Chance es mit Ben (Portal Games Deutschland) durchzuspielen – also das Grundspiel. Und wie das für mich war, das möchte ich hier schildern… mit Roland Banks Tagebuch…

Tag 1 – In der eigenen Villa

Mein Name ist Roland Banks, zusammen mit meiner guten Freundin Agnes Baker lebe ich seit ein paar Jahren in dieser Villa. „Gud“ ist unser Hund, ein treuer Freund und Begleiter. Von Beruf bin ich Detektiv. Das Mysteriöse fasziniert mich schon mein ganzes Leben lang und Agnes eröffnet mir mit ihrem großen Interesse für Okkultismus immer wieder die Augen für Neues und Übernatürliches.

Seit ein paar Wochen ist es unruhig in unserem Haus. Gud schlägt immer wieder an, es kommen seltsame Geräusche aus dem Keller. Die örtliche Polizei, mit der ich seit Jahren gut zusammenarbeite, hat keine Hinweise auf etwas seltsames gefunden.

Wir werden der Sache wohl selbst auf den Grund gehen müssen. Agnes vermutet Übernatürliches. Hat sie vielleicht etwas Übernatürliches angelockt? Während unserer Ermittlungen wird es immer seltsamer. Ein paar Mal war ich echt schockiert und froh, dass Gud an meiner Seite ist. Alles lief gut, wir fanden zwar nichts sonderlich auffälliges, aber keinem von uns passierte was. Bis dieser Abend kam. Der Abend, an dem alles seinen Lauf nehmen sollte.

Erneut drang ein seltsames Geräusch aus dem Keller nach oben in die Villa. Ein stöhnen, annähernd menschlich. Zumindest dachte ich das. Agnes und ich gingen in den Keller um den Geräusch zu folgen. Gud immer an meiner Seite und ich bereit die Polizei zu informieren. Meinen Revolver habe ich in solchen Situationen immer griffbereit – zumindest dachte ich das.

In den Kellergewölben wurden wir plötzlich angegriffen. Finstere Kreaturen – Ghule wie sich später herausstellen sollte – griffen uns an. Die Perversion und der Schrecken trieb meinen Verstand an den Rand des Wahnsinns. Ich hab ja wirklich schon viel erlebt – allein der große Krieg sollte genug Schrecken für ein ganzes Leben sein. Doch das, was uns hier Angriff, war einfach nur abstoßend. Menschlich und doch irgendwie tierisch pervertiert. Es stank nach Leichengasen. Gud bewährte sich als treuer Wachhund, musste aber einiges einstecken. Agnes nahm jeden Mut zusammen und hatte mit okkulten Zauberformeln erfolg, während ich meine bloße Physis einsetzte, um gegen diese grauenhaften Viecher anzukommen.

In unserem Keller trägt sich seltsames zu. In ganz Arkham trägt sich mysteriöses, gefährliches zu. Doch ich – Roland Banks – wage es nicht, weiter darüber zu schreiben. Die Schreie hallen immer noch in meinem Schädel. Ich muss schlafen… Muss vergessen. GHULE!!!!

Wie spielt es sich?

Genug der literarischen Einlage. Ich bin wahrlich kein Schriftsteller, sondern Rezensent. Trotzdem soll dieser Text eine Idee davon vermitteln, dass das Arkham Horror LCG ein Spiel mit Story ist.

Deckbau steht bei einem LCG immer mit im Fokus, so auch hier. Es sei gewarnt: Mit nur einem Grundset hat man kaum Möglichkeiten. Für 2 Spieler sollten es schon 2 Grundsets sein. Bei parallel laufenden Kampagnen dann entsprechend mehr. Man braucht die Karten, insbesondere die wichtigen Anfangskarten wie eine Taschenlampe oder auch die dauerhaften Nachteile „Basic Weakness“ genannt. Jeder Charakter gibt vor, welche Karten in sein Deck dürfen. Damit bleiben die Charaktere thematisch und haben unterschiedliche Schwerpunkte. Roland Banks ermittelt gut, doch noch besser ist es, wenn er über seine Spezialfähigkeit Hinweise bekommt. Die bekommt er immer dann, wenn er ein Monster tötet.

Das Spiel fühlt sich an wie Arkham Horror und doch wieder anders. Das töten von Monstern und beschaffen von Hinweisen stehen im Fokus. Aktions- und Ressourcenmanagement sind das A und O. Ach und das Glück. Das ist quasi alle restlichen Buchstaben. Anders als in Arkham Horror, wird aber nicht gewürfelt. Es gibt einen Beutel mit Chips darin. Diese Chips enthalten z.B. Zahlen von 0 bis -5 sowie einige Effekt-Chips wie z.B. das automatische Versagen. Eine Probe ist immer der eigene Wert, gegen einen anderen Wert. Zum Beispiel im Kampf. Ich habe einen Stärkewert von 4, erhöhe ihn durch Karten und Skills auf 6, mein Gegner hat eine 3. Um erfolgreich anzugreifen brauche ich also mindestens eine 3. Kein Problem! Ich hab ja eine 6. Tja, wären da nicht diese verfluchten Chips. So nutze ich also die Aktion Angriff und dann greife ich in den Beutel und ziehe einen Chip heraus. Zeigt er von 0 bis -3 ist alles in Ordnung. Dann ist mein Wert schlechtestenfalls 3 und die Aktion erfolgreich. Zeigt er etwas anderes, ging der Angriff daneben. Meist hat man für einen Angriff Aktionen, Ressourcen und Karten ausgegeben, so dass so etwas wirklich richtig bitter ist.

Da das Spiel als Kampagne – im Grundspiel bestehend aus 3 Szenarien – angelegt ist, geht es nicht darum ob man etwas schafft, sondern wie. Jeder Erfahrungspunkt ist gut, jede Verletzung oder jedes psychische Traumata schlecht. Ein Beispiel? In Szenario 5 blieben meinem Roland von 5 geistige Gesundheit nur noch 2 übrig und das von Beginn des Szenarios an. Die Kampagne verlief also nicht wirklich gut für ihn.

Und was gibt’s mechanisch her?

Deckbau, Ressourcen und Aktionsmanagement, kooperation und eine ganze Menge Glück. Braucht man mehr? Ja und nein. Mechanisch ist das Spiel tatsächlich sehr dünn. Wer auf Mechanik wert legt wird hier nicht mehr als ein „Plättchen aus dem Beutel ziehen und gewinnen oder verlieren“ sehen. Aber so jemand hat auch in Arkham Horror nicht mehr gesehen. Das LCG transportiert das, was man an Arkham Horror so mag, die Atmosphäre, den Horror und die Story in eine kurze Spielzeit mit toller Kampagne. Der Deckbau ist übrigens alles in allem für ein LCG recht dürftig.

Mir haben die drei Szenarien der Grundbox viel Spaß bereitet und dank LCG wird man noch auf viele Jahre mit neuen Szenarien versorgt werden.

Bilder gibts auch noch

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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9 Comments

  1. Failtech

    ich hab mittlerweile die beiden szenarien aus der dunwich legacy erweiterung und die beiden pod einzelszenarien gespielt und muss sagen, dass die kampagne des grundsets im nachhinein eher wie ein tutorial wirkt.
    Da passiert echt noch viel interessanteres in den weiteren szenarien, vor allem auf mechanischer ebene.
    Meine ersten Befürchtungen zur Wiederspielbarkeit haben sich total gelegt. Das Grundset habe ich jetzt mehrfach durch und wenn die dunwich Kampagne ao weiter geht wie sie anfängt, dann werd ich die auch sicher 5-6 mal mit verschiedenen Ansätzen durchhspielen.
    Wenn man Deckbau dazu rechnet hab ich in den letzten zwei Monaten mehr Zeit mit dem Spiel verbracht als mit Eldritch Horror in den letzten zwei Jahren ^^

    Nur das LCG System an sich stößt hier an die Grenzen. Dass man sich zwei core sets kaufen muss is ja mittlerweile normal. Aber mehr als die Hälfte des Inhalts braucht man nicht doppelt. Und selbst mit zwei core sets kann ich nicht alle Deckkombinationen frei bauen. Da muss ich immer drauf achten, dass da keine Schnittmenge zwischen den Charakteren besteht. Schlimmer noch nach der ersten Big Box Erweiterung. Da komme ich sehr schnell an den Punkt dass eine zweit Box dabon auch hilfreich wär. Aber damit will ich nicht anfangen. Also muss ich meine Decks um das Problem herum bauen. Was für mich nicht soooo schlimm ist, weil iches meist solo spiele. Aber sollte erwähnt werden.
    Btw, meiner Meinung nach das beste Solospiel auf dem Markt momentan.

    Wie ist denn eure Kampagne ausgegangen? Hat Lita es überstanden? 😀

    Reply
    1. David

      Wo hast du denn die Solo Abenteuer geordert?
      Schaue für gewöhnlich immer bei Fantasywelt rein, aber dort erscheinen die erst im März/April.

      Reply
      1. Failtech

        Die pod szenarien hat mir ein freund aus amerika geschickt. Aber die müssten mittlerweile auch in europa erhältlich sein.
        Der vertrieb der FFG titel in deutschland scheint seit einiger zeit 1-2 monate hinter den nachbarländern hinterher zu hinken.
        Guck doch mal bei läden in belgien und niederlanden. Boardgamegeneral hat meistens alles als erstes. da sind die pod dinger aber seit ner weile ausverkauft.

        Reply
  2. Thomas

    Danke für deine Einschätzung.

    Ich bin ziemlich neu im (richtigen) Spiele-Universum, und ohne dass ich etwas über Arkham Horror und LCGs weiß, hört sich das alles sehr interessant an. Daher würde ich es sehr gerne spielen wollen und im Idealfall am liebsten mit meiner Frau (die noch nichts von ihrem Glück weiß aber von z. B. Dominion konnte ich sie auch überzeugen)

    Jetzt hab ich hierzu aber Fragen: Macht der Einstieg mit diesem Spiel Sinn? Und dann hast du geschrieben, dass man eigentlich zwei Grundspiele benötigt .. ist das richtig und kannst du es irgendwie näher erklären??

    Reply
  3. Thomas

    Sorry, auf einmal wurden mir nur 3 Kommentare angezeigt. 🙁

    Kannst du meine beiden letzten vielleicht löschen.

    Reply
  4. Pingback: Neue Spiele im Spieletreff im März | Spieletreff Duisburg

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