Angespielt: Gleichgewicht des Schreckens
Photo Credit To GMT Games

Angespielt: Gleichgewicht des Schreckens

In dieser neuen Artikelserie möchte ich über Spiele schreiben, die bei uns so gespielt wurden – Ein Spielbericht eben. Es geht nicht darum, die Spiele zu testen, sondern einfach darum unverblümt meinen Eindruck von einem Spiel zu schildern.

Den Anfang macht das Spiel Gleichgewicht des Schreckens (egnl. Twilight Struggle) von GMT GamesFür uns beide war es das erste Mal Gleichgewicht des Schreckens. Wir trafen uns gegen 18 Uhr um mit dem Spiel loslegen zu können. Vor dem Abend hatten wir die Regeln durchgelesen. Beim Lesen der Regeln erschien uns das Spiel als doch recht einfach, was sich während des Spiels widerlegen sollte.

Die Regeln waren uns also in soweit klar, als dass wir grob wussten was zu tun ist und wo man eventuelle Fragen nachschlagen muss. Das hat dann auch während des Spiels gut geklappt und glaubt mir, wir mussten verdammt oft nachschlagen!

Spielbrett Gleichgewicht des Schreckens
Spielbrett Gleichgewicht des Schreckens

Ich spielte die UdSSR, während mein Mitspieler – Mike – die USA spielte. Nach dem Aufbau des Spielbretts und dem verteilen des festgelegten Einflusses auf die Nationen kam die erste große Frage: Wohin mit dem Frei verteilbaren Einfluss. Da wir noch absolut keine Ahnung hatten wo das Spiel hinführt wurde mehr oder weniger Beliebig in Ost- und Westeuropa verteilt.

Der Beginn des Spiels verlief also schleppend, da man sich noch nicht entschieden hatte wohin man sich ausbreitet. Die UdSSR kam recht schnell auf die Idee sich in Asien breit zumachen. Wobei Japan, welches von der USA kontrolliert wurde ihr ein Dorn im Auge war.

Wir spielten also mehr oder weniger vor uns hin, verpeilten in den ersten beiden Runden noch was es genau bedeutet, wenn ein Spieler ein Land kontrolliert bzw. was dies dann für den Einfluss des Gegenspielers bedeutet und setzten munter weiter Einfluss. Doch der schlimmste Fehler in den ersten beiden Runden war, das auslösen von Ereignissen des Gegners. Dies taten wir nämlich nicht. Wir vergaßen vollkommen, dass Ereignisse des Gegners immer ausgelöst werden, außer ich nutze die Karte für das Space Race.

Siegpunktleiste - die USA führt!
Siegpunktleiste – die USA führt!

Nun gut, ist ja eine Partie zum lernen, jetzt also richtig weiter. Mittlerweile hat die UdSSR die USA zu großen Teilen aus Europa gedrängt und kontrolliert Asien. Doch diese verdammten Wertungskarten! Die UdSSR hatte das ganze Spiel über eine(!) Wertungskarte auf der Hand. Somit konnte die USA immer ganz gut steuern wann gewertet wird. Das Glück, Wertungskarten zu haben, sehe ich als das einzig gravierende Glückselement des Spiels an. Ja natürlich sind alle Karten zufällig, aber in dieser ersten Partie empfand ich die Wertungskarten als sehr wichtig, wichtiger als irgendwelche Operationen.

Meine einzige Wertungskarte, Asien, spielte ich als Schlagzeile zu Beginn der Runde, als die UdSSR auch ganz Asien bis auf Japan kontrollierte. Tja, da hatte ich nur die Rechnung ohne die USA gemacht. Diese spielte nämlich eine „Annulliere den Effekt der gegnerischen Karte“-Karte. So ein verdammter MIST! Wunderbares Gefühl sich bei einem Spiel so zu ärgern, so muss das sein – ein Spiel ohne Emotionen ist nichts wert.

Während die UdSSR also weiter versuchte ihre Stellung auch in Südamerika auszubauen, überlaß sie Afrika der USA. Die USA während dessen, hatte bei dem Space Race ein riesen Glück und zog der UdSSR davon, was sich wieder in den Siegpunkten niederschlug.

Als die Europa-Wertung gespielt wurde freute sich die UdSSR, kontrollierte sie doch Europa. Doch halt, Europa kontrollieren bedeutet den Sieg?! Was kontrolliere ich also nicht? GRRR! Italien, dieser kleine Zipfel im Süden Europas fehlt! Nun gut USA, dann nehmt euch eure lausigen paar Punkte, den Sieg bekomm ich schon noch!

Nein! – Zu einem Sieg für die UdSSR kam es nicht. Die USA hatte drei Mal die Gelegenheit zu gewinnen. Dies lehnten wir aber beide ab, da wir das Spiel eben lernen wollten. Es ging also nicht mehr um Sieg und Niederlage sondern um verstehen des Spiels.

So konzentrierten wir uns im weiteren Spielverlauf viel auf Putsche und Neuordnungswürfe, um dieses System und ihre Auswirkungen zu verstehen! An dieser Stelle: Danke Ché! Du bist ein großartiger Putscher!

Fazit des Abends

Gleichgewicht des Schreckens ist kein Spiel, das man mal eben so rausholt und spielt. Man muss es in mehreren Partien zusammen erlernen und die Karten kennen lernen, damit man einschätzen kann was passiert. Das große Potential, welches meiner Meinung nach in diesem Spiel steckt, scheint aber schon in der ersten Partie durch. Ich freue mich auf viele weitere Partien!

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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