30 April, 2017

  • Boardgamegeek
Angespielt: Railroad Revolution
Photo Credit To Pegasus Spiele

Angespielt: Railroad Revolution

TSCHOOO TSCHOOO hier kommt das nächste Eisenbahnspiel angefahren. Im Jahr 2016 erschienen hatte mein Zug leider Verspätung und kam erst 2017 hier an – ist man ja von Pegasus* der Bahn gewöhnt.

*Kleiner Scherz am Rande – ich finde nicht, dass Pegasus für Verspätung bekannt ist.

Nun ging es also los. Eintauchen in mein erstes What’s Your Game Spiel mit Railroad Revolution. Im Amerika des 19. Jhd. eine Eisenbahngesellschaft verkörpern, welche am wachsenden Markt der Telegrafie ebenfalls Interesse hat.

Zuerst stand ich vor den Regeln. Diese sind alles in allem gut geschrieben und einfach zu erfassen. Arbeiter einsetzen, Farbe des Arbeites beachten, Aktion durchführen. Etwas besonders mutete an, dass man die Teile der Aktion wie Kosten bezahlen, Geld nehmen etc. in beliebiger Reihenfolge ausführen kann. Oft ist es ja so, erst wird bezahlt, dann wird gemacht. Bei Railroad Revolution kann ich aber auch erst das Geld nehmen um mit dem gerade bekommenen Geld die Aktion zu bezahlen. Klingt komplexer, spielte sich aber leicht.

Das zweite Augenmerk lag auf den Spezialisten, also verschieden farbigen Arbeitern, die alle andere Boni auslösen. Da muss man erstmal reinkommen – auch das ging recht einfach.

Das Spiel begann und ich stand vor der Frage: Wo soll’s hingehen? Da das zufällige Startaufbau Plättchen mir bereits eine Telegrafie-Station gab, hab ich mich darauf und die entsprechende Leiste für Siegpunkte fokussiert. Das war ja einfach eine Strategie zu finden.

Die Aktienmechanik fühlte sich für mich aufgesetzt an. Ich hab keine Anteile an einer Firma. Der Nutzen vieler Anteile hält sich in Grenzen und ich habe zu keiner Zeit Skrupel die Aktien in Geld zu tauschen – ich darf dies auch jeder Zeit.

Das Spiel plätscherte dann vor sich hin. Einflussnahme ist quasi nicht vorhanden. Einzige Interaktion ist die Frage: Wer bekommt den „Erster-Bonus“ zuerst? Also wer setzt zuerst eine Bahnstation oder eine Telegrafie-Station um den Bonus einzuheimsen. Naja in Ordnung, es ist nicht ganz das einzige Element. Die Handelsphase welche von Spielern ausgelöst wird, kann bewusst so ausgelöst werden, dass die anderen möglichst wenig davon haben. Jegliche Interaktion in Railroad Revolution war also behindernder Natur. Bei einem Spiel wo eigentlich alles planbar ist, erlebte ich zum ersten Mal ein seltsames Gefühl: Mich störte die Interaktion. Nicht weil sie mich besonders hart traf, sondern weil sie fehl am Platz wirkte.

Das Spiel plätscherte weiterhin vor sich hin. Die Spielzüge wurden schnell abgehandelt, die Downtime war gering bis überschaubar, Emotionen waren quasi keine vorhanden. Einzig allein die Frustration eines Mitspielers war am Tisch spürbar. Er plante 3 oder 4 Spielzüge im voraus – was bei Railroad Revolution tatsächlich möglich ist – nur um dann von dem durch mich eingeläuteten Spielende überrascht zu werden. Ja klar, mit sowas muss man eigentlich planen, aber es war doof. Mir blieb nur das Spielende übrig, da jeder weitere Zug meine Gegner stärker und mich schwächer gemacht hätten.

Alles in allem verspürte ich einen sehr geringen Spielreiz bei Railroad Revolution und der Reiz es erneut zu spielen tendierte Anfangs gegen 0, wird aber je mehr ich drüber nachdenke durchaus höher, allein weil ich neugierig bin, ob der Ersteindruck so bleibt. Das ganze dauerte zu 3. übrigens 90 Minuten und liegt damit in einer sehr guten Zeit.

Allerdings hat Railroad Revolution meiner Meinung nach ein massives Problem und das heisst Great Western Trail. Züge als Thema sind ebenfalls vorhanden und der Spielreiz ist für mich 100 Mal höher. Die Spielzeit ist im Mittel gleich, wir schaffen Great Western Trail zu dritt in 90 bis 120 Minuten, haben dabei aber ne Menge Spaß.

Tut mir Leid Railroad Revolution, aber du wirst dich Great Western Trail beugen müssen.

Ach bevor ich es vergesse: Noch ein Lob an Pegasus Spiele, dass sie auf die Kritik am ersten Cover-Entwurf eingegangen sind. Ich finde das Cover so wirklich toll!

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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