20 September, 2017

  • Boardgamegeek
Die Zwerge: Das Duell – Test
Photo Credit To Pegasus Spiele

Die Zwerge: Das Duell – Test

Viele von euch kennen sicherlich die Romane von Bestseller-Autor Markus Heitz. Die Romanreihe „Die Zwerge“ stieß eine ganze Welle von ähnlichen Romanen wie „Die Orks“, „Die Dämonen“ etc. los. Die Abenteuer von Tungdil Goldhand und der Kampf um das Geborgene Land können wir endlich im Duell nachspielen. Viel Spaß bei Die Zwerge: Das Duell.

Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar von Pegasus Spiele. Vielen Dank dafür!

Eckdaten zu Die Zwerge: Das Duell

Spielerzahl:2
Spieldauer:20-40 Minuten
Alter:10+
Autor:Michael Paln, Lukas Zach
Genre:Würfel- und Kartenspiel
Verlag:Pegasus Spiele
Preis:ca. 10 €
Erscheinungsjahr:                            2015

Spielbeschreibung

Die Zwerge Spielbox
Die Zwerge Spielbox

Die Zwerge: Das Duell ist ein reines 2-Spieler Karten- und Würfelspiel von Pegasus Spiele, basierend auf den Romanen von Markus Heitz. Das Spiel kann als Ableger des großen kooperativen Strategiespiels „Die Zwerge“ ,ebenfalls von Pegasus Spiele, verstanden werden, denn es enthält Bonus-Material für eben dieses.

Die Zwerge: Das Duell ist für Spieler ab 10 Jahren und dauert ca. 20-40 Minuten. Es enthält 2 (spielerisch identische) Kartendecks mit jeweils 35 Karten, 3 Jokerkarten, 6 Würfel (mit besonderem Axt-Symbol) und eine Anleitung.

Man versucht in diesem Spiel durch würfeln Karten von der Hand auszuspielen und deren Fähigkeiten zu nutzen um dem Gegner zu schaden. Wer am Ende des Spiels mehr Siegpunkte in seiner Auslage hat, hat gewonnen. Das Spiel endet sobald eines der beiden Kartendecks leer ist.


Der Spielablauf  von Die Zwerge: Das Duell

Von seinem 35 Karten starken Deck zieht jeder Spieler zu Beginn 4 Handkarten. Dann geht das Spiel mit seinen 3 Phasen los.

1) Die Nachschubphase

In der Nachschubphase zieht man eine Handkarte. Hat man Karten in der Auslage, welche einem erlauben zusätzliche Karten zu ziehen, so muss man diese zusätzlichen Karten in dieser Phase ziehen.

Die Würfel
Die Würfel

2) Die Würfelphase

In dieser Phase werden, wer hätte das gedacht, die Würfel geworfen. Normalerweise hat man 3 Würfel, welche man werfen darf. Unterstützungskarten oder Wendungen können einem erlauben mehr Würfel zu werfen. Das Maximum sind 6 Würfel. Gewürfelte Axt.Symbole sind Joker

3) Die Kartenphase

In der Kartenphase nutzt man die Würfel um Karten auszuspielen. Die meisten Karten erfordern das man einen Pasch, Trilling oder Vierling hat, das heisst mehrmals die gleiche Zahl. Manche Verbündete erfordern aber auch bestimmte Zahlen. Um mehrmals die gleiche Zahl zu erreichen gibt es die Axt-Symbole und die Jokerkarten. Nach dem ausspielen oder wenn man keine Karte ausspielen will, kann man seine Karten aktivieren. Verbündete haben immer einen Effekt, welcher mit bestimmten Würfelwerten ausgelöst werden kann. Dabei gilt: Der Effekt kann so oft ausgelöst werden, wie man den entsprechenden Würfel hat.

Die meisten Verbündete erlauben es, den Gegner anzugreifen. Bei einem Angriff wählt man entweder Karten des Gegners, um diese Karten auf den Ablagestapel zu schicken, oder das Deck des Gegners, um ihn so viele Karten ablegen zu lassen, wie er Schaden bekommt. Eine Karte stirbt erst, wenn er innerhalb eines Zuges so viel Schaden bekommt, wie er Lebenspunkte hat. Es lohnt sich also nicht auf eine Karte mit 2 Lebenspunkten einen Schaden zu verteilen. Da man die Effekte öfter auslösen kann, sind 2-3 Schaden oft kein Problem und zur Alternative gibt es eben immer noch das Deck.

Beispielkarten - von jeder Sorte eine
Beispielkarten – von jeder Sorte eine

Die Feinheiten des Spiels

Die Feinheiten ergeben sich durch das geschickte Angreifen und Nutzen von Kartenfähigkeiten. Natürlich ist es ebenso relevant ob man nun eine Karte ausspielt oder lieber angreift oder eventuell sogar nichts tut um eine der Jokerkarten nehmen zu können, weil man eventuell eine mächtigere Karte ausspielen will. Die Entscheidungen die man im Spiel trifft, wirken sich fühlbar aus.


Was mir an die Zwerge: Das Duell nicht so gut gefällt

Doch beginnen wir ausnahmsweise Mal damit, was mir an Die Zwerge: Das Duell nicht so gut gefällt. Es ist ein sehr persönlicher und individueller Kritikpunkt, aber wir finden die Glückslastigkeit etwas hoch. Durch die Kombination aus Würfelglück und Kartenglück kann einen Spieler gleich doppeltes Pech ereilen oder er hat im WÜrfeln Glück, aber nur bescheidene, nutzlose Karten auf der Hand. Dann bringen einem auch die besten Würfel nichts und man fristet vor sich hin. Meiner Meinung nach, hätte es mehr Karten geben müssen, die das Kartenziehen beeinflussen, denn es gibt eine Menge Karten, welche die Würfel beeinflussen. Dadurch hätte man auf strategische Art und Weise das Glück im Kartenziehen etwas stärker aushebeln können.

Ein zweiter Punkt ist die starke 5er Verbündetenkarte. Ihr Effekt (bei den Guten wie bei den Bösen) besagt: 5: Ziehe eine Handkarte des Gegners und wirf diese ab.
Mit diesem Effekt kann man einen Gegner komplett aus dem Spiel kicken. Wenn er keine Handkarten mehr hat und zusätzlich eventuell keine Karte in der Auslage, welche Ihn zusätzliche Karten ziehen lässt, kann das Spiel oft schon gelaufen sein. Dies trat bei uns in fast jeder Partie auf, so dass wir uns entschieden haben, diese Karte nicht mehr in das Spiel zu integrieren.


Was ich an Die Zwerge: Das Duell neutral sehe

Die Würfel im Inlay
Die Würfel im Inlay

Neutral sehe ich etwas, das vielen anderen sicherlich gut gefällt und für diese einen Kaufgrund darstellen könnte, deshalb hört gut zu: Die kleine Erweiterung für das kooperative Spiel „Die Zwerge“ von Pegasus mit insgesamt 23 neuen Karten. Das ist eine Sache, die als wirklich positiv zu werten ist, wenn man denn das Grundspiel „Die Zwerge“ besitzt. Da dies nicht auf alle Käufer zutreffen wird, werte ich dies an dieser Stelle neutral.+

Auch neutral ist das Inlay der Box. Es ist das typische Karteninlay von Pegasus Spiele. Mäßig ist an dieser Stelle aber, dass es noch 6 Würfel gibt, welche nicht optimal Platz finden zwischen den 2 Kartenstapeln. Das stört nicht wirklich, ist aber auch nicht wirklich schön.

Wenn ich mir anschaue, dass Golem Arcana ab 8 Jahren sein soll, dann ist eine Einstufung von ab 10 Jahren, zumindest was die Komplexität angeht, nicht nachvollziehbar. Hier würde mich wirklich der Grund interessieren warum ab 10. Leute, ich bin mir sicher das könnt ihr auch mit euren 8 Jährigen Kindern spielen.


Was ich an Die Zwerge: Das Duell gut finde

Die beiden gleichen Decks
Die beiden gleichen Decks

Kommen wir zu den positiven Aspekten des Spiels und das sind wirklich einige: Das Spiel bindet die Thematik super ein. Die Illustrationen sind wirklich toll und die Kartendecks und Spielsituationen erinnern einen oft an Ereignisse aus den Büchern – wer diese nicht kennt: Los! Nachholen! Die Würfel sind aus Holz mit der gewohnten Prägung. Das habe ich in letzter Zeit auch schon anders erlebt und freue mich, dass hier keine Abstriche in der Qualität gemacht wurden.

Weiter ist insgesamt die Spielbalance positiv hervorzuheben, denn es ist ein Duell-Spiel. Direkte Konfrontation steht also im Mittelpunkt. Da ist es wichtig, dass beide Seiten gleiche Chancen haben. Lässt man einmal den Glücksanteil außer Acht, besteht für beide Seiten eine 100% Chancengleichheit. So muss das sein! Denn das Glück bringt dann noch den nötigen Teil Spannung in das ganze.

Die Materialqualität insgesamt ist ebenfalls hervorragend. So stelle ich mir das vor. Ich bin mir bewusst, dass viele z.B. Leinendruck als das Non-plus-Ultra sehen und ja, das wäre toll. Aber man muss das ganze in Relation zum Preis sehen und da hat Pegasus Spiele hier wirklich ein astreines Produkt für 2 Spieler abgeliefert. Die redaktionelle Arbeit, besonders die Anleitung ist hervorragend gelungen. Die Anleitung liest sich schnell, verständlich und eignet sich zum Nachschlagen. Genau so stelle ich mir das vor, hier also ein Lob an Klaus Ottmaier von Pegasus (welcher schon für Speed Snacks verantwortlich war).

Durch die unterschiedlichen Kartentypen, besonders durch die Wendungen und Ereignisse, ist dauerhaft Spannung und Abwechslung im Spiel. Dabei ist das Spiel insgesamt alles andere als Kompliziert. Mit 20-40 Minuten Spielzeit ist die Zwerge: Das Duell auch gerade lang bzw. kurz genug damit man es auch spontan an einem gemütlichen Abend mal hervorholt und eine Runde spielt. Des Weiteren hatten wir schon öfter den Fall, dass wir eine Revanche gespielt haben, das spricht eindeutig für das Spiel!


Fazit zu Die Zwerge: Das Duell

Die Zwerge: Das Duell ist ein tolles Spiel. Toll wegen der Thematik, toll wegen der Grafik und besonders toll für den Zweck den es erfüllen soll. Ein kleines 2-Spieler Spiel für zwischendurch. In dieser Funktion ist es wirklich spitze. Es wird ein besseres Spiel, wenn man die Romane kennt. Für wen ist Die Zwerge: Das Duell also geeignet? Für alle, die ein konfrontatives Spiel für zwischendurch suchen. Für alle, die mit dem relativ hohen Glücksanteil leben können. Und besonders für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, denn ich bin mir sicher, diese werden an dem Würfelmechanismus und an dem thematischen Hintergrund gepaart mit der konfrontativen Art des Spiels wirklich viel Spaß haben und ähnlich wie bei Love Letter können auch hier Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters ohne Probleme gegeneinander antreten.

Für mich ist Die Zwerge: Das Duell trotz einiger Schwächen ein gutes Spiel für Familien und für Zwischendurch!


Bewertung von Die Zwerge: Das Duell

Die Zwerge: Das Duell bekommt von mir die Auszeichnung: Gutes Spiel

BGJ Bewertung Gut


Video-Rezension von Alex zu Die Zwerge: Das Duell

Für diese Rezension stand uns ein Rezensionsexemplar von Pegasus Spiele zur Verfügung.

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

Related posts

8 Comments

  1. Benji.Big.Boss

    Ich habe mir das Duell geholt und sehe die gleichen Probleme wie du. Ich frage mich ob sich die Probleme nicht durch einige einfache Regelanpassungen beheben lassen. Vorschläge:
    – Am Ende des Zuges darf man als 4.Phase eine Karte unter den Stapel legen um eine zu ziehen.
    – Für die 5er Karte braucht man einen Joker und eine 5.

    Reply
    1. Alexander Resch

      Das Problem mit der 5er Karte sehe ich dann aber nicht als behoben an, denn nicht die Kondition um diese auszuspielen ist das Problem, zumindest nicht alleine, sondern die Fähigkeit.

      Reply
  2. Wulf | Medienjournal

    Auch ich konnte vor geraumer Zeit ‚Die Zwerge: Das Duell‘ mit meiner Freundin im Sommerurlaub ausgiebig testen, um es im Nachgang zu rezensieren und tatsächlich kommen wir auf so ziemlich dieselben Kritikpunkte hinsichtlich der Glückslastigkeit, gerade durch die Kombination aus Kartenglück und Würfelglück, jedoch der von dir als teils verheerend beschriebene Effekt der 5er-Verbündetenkarte ist bei uns niemals aufgetreten interessanterweise.

    Dennoch , auch wir hatten einige wenige Partien, wo einer so überhaupt keine Schnitte gewinnen konnte und nur Murks gewürfelt und gezogen hat, das war dann auch ziemlich frustrierend, wenn einer die ganze Auslage voller Karten hat und dem anderen die sporadisch in der Auslage erscheinenden Karten sofort wieder zunichtemacht. Aber irgendwie kann man dem spiel auch nicht böse sein, denn die meiste Zeit macht es einfach eine Menge Spaß und auch ohne Kenntnis der Bücher hat mir die grafische Umsetzung auf Anhieb gut gefallen und für die paar Euro hatten wir ein tolles Spiel für zwischendurch und unterwegs.

    Reply
    1. Alexander Resch

      Das mit dem 5er-Effekt ist auch kein muss. Wenn, dann ist es aber sehr frustrierend. Schön zu hören, dass du zu ähnlichen/gleichen Kritikpunkten kommst. Es ist eindeutig ein gutes Spiel und wenn man den Preis bedenkt ganz sicher kein Fehlkauf.

      Reply
      1. Wulf | Medienjournal

        Klar ist das kein Muss, ich fand es nur interessant, denn wir haben bestimmt 40 Partien im Urlaub durchgezogen und das Problem ist uns NIE ausgefallen (im Gegensatz zu den anderen Kritikpunkten).

        Mal kurz Off-Topic (weil ich gerade so durch eure Seite stöbere): Bei Spiele A-Z gibt es einen Link zu „Villen des Wahnsinns“, der führt aber auf die 404-Fehlerseite, weil es den Tag villen-des-wahnsinns augenscheinlich nicht gibt.

        Reply
        1. Alexander Resch

          Wow, bei uns war das wirklich fast immer so. Habt ihr die fünf nicht gespielt oder nicht aktiv genutzt?

          Zu den Tags: Da sind ein paar vorsorgliche drin, weil wir gerade umfassende Änderungen planen 🙂

          Reply
          1. Wulf | Medienjournal

            Eigentlich schon, aber wohl nicht aktiv genug. Meist war die entsprechende Karte aber auch recht schnell wieder vom Plan gefegt.

            Zu den Tags: Dann ists ja gut, war mir nur aufgefallen und tote Links sind ja immer ärgerlich, aber wenn da Methode hintersteckt 😉

  3. Pingback: Die Zwerge - Solo-Test - Boardgamejunkies

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Mit der Benutzung dieser Website stimmst du dem setzen von Cookies zu. Dies geschieht um dir das optimale Erlebnis auf dieser Webseite bieten zu können.

Schließen