Gears of War: Das Brettspiel – Test
Photo Credit To Heidelberger Spieleverlag

Gears of War: Das Brettspiel – Test

Einleitung

2014-08-14 23.15.50-1Gears of War ist eine Xbox und Computerspielreihe von Epic Games und Microsoft. Ein First-Person Shooter welcher besonders durch seine Brachialität und Brutalität bekannt wurde. Das Sturmgewehr mit der Kettensäge wurde zum Aushängeschild für Gears of War. Fantasy Flight Games brachte 2011 dieses Erlebnis als kooperatives Spiel für bis zu 4 Spieler auf den Tisch. Wie Ihnen das gelungen ist, das erfahrt ihr in diesem Test!

 

 


Eckdaten zu Gears of War

Spielerzahl:1-4
Spieldauer:60-180 Minuten
Alter:Ab 14 Jahren
Autor:Corey Konieczka
Illustrator:Edge Studio, Christopher Hosch, Adam Taubenheim, Ben Zweifel
Verlag:Heidelberger Spieleverlag / Fantasy Flight Games
Preis:out of print
Erscheinungsjahr:2011

Die Handlung in Gears of War

Eine Zeit lang genossen die Menschen von Sera die Illusion des Friedens – bis zu dem Tag der seit jeher als der Tag der Ankunft bekannt ist. An jenem Tag brachen die unzähligen Kreaturen der Locust-Horde aus ihren unterirdischen Verstecken hervor und fielen über die Menschheit her. […]

Gears of War - Alle Miniaturen
Gears of War – Alle Miniaturen

Gears of War spielt in einer apokalyptischen Welt in der die Menschheit gegen die Locust-Horde um ihr Überleben kämpft. Die Locust, das sind Kreaturen / Aliens welche aus dem Erdreich hervorbrechen und die Menschen abschlachten. Ihr seid einer von 4 KOR-Soldaten – die letzte Hoffnung der Menschheit. Kämpft gegen die Locust-Horde an, ballert sie in Grund und Boden – Vernichtet Sie!

 

 

 

 

 


Spielprinzip von Gears of War

Gears of War Locust-Miniaturen
Die Locust Miniaturen aus Gears of War

Wie schon angesprochen ist Gears of War ein kooperatives Miniaturenspiel für bis zu 4 Spieler. Dabei spielen alle Spieler zusammen. Die Gegner werden komplett vom Spiel über sogenannte KI-Karten gesteuert. Das ist meiner Meinung nach extrem positiv, da nicht immer jemand den bösen spielen möchte. Die Spieler steuern ihre Charaktere über Karten, typische vorgegebene Aktionen aus denen man dann 1-2 auswählt gibt es hier nicht. Das Spielbrett wird über Kartenteile welche die Mission vorgibt aufgebaut. Dabei sind aber nur die Kartenteile festgelegt, nicht deren Reihenfolge / Aufbau. Gekämpft wird klassisch amerikanisch mit Würfeln.

 


Das Spielmaterial – Der Inhalt

Gears of War enthält wirklich eine Menge hochqualitatives Spielmaterial. Das wären:

  • 4 rote KOR-Soldaten
  • 28 graue Locust-Figuren
  • 35 Locust KI-Karten
  • 27 Missionskarten
  • 54 Befehlskarten
  • 4 KOR-Charakterkarten
  • 10 Feindkarten
  • 38 Waffenkarten
  • 34 Gebiteskarten
  • 4 Übersichtskarten
  • 17 doppelseite Spieplanteile
  • 2 Türmarker
  • 2 Schlossmarker
  • 23 Treffer- / Fallengelassene-Waffe-Marker
  • 8 Locust-Loch-/Versiegelt-Marker
  • 36 Munitionsmarker
  • 12 Granatenmarker
  • 1 Missionstableau
  • 5 Angriffswürfel
  • 4 Verteidigungswürfel
  • 1 Sichtlinieal
  • 2 Plastikstandfüße für die Türen

Um das ganze Material zu ordnen wäre ein Inlay für die Spielbox wirklich angemessen, dieses ist – wie immer – nicht enthalten. Die Figuren sind wirklich atemberaubend detailreich und aus einem Plastik welches etwas elastischer als Hartplastik ist (aber nicht so weich wie bspw. die Ringkrieg-Figuren)


Eine Mission beginnt

Gears of War Spieplanteile
Gears of War Spieplanteile

Bevor man anfängt zu spielen, sucht man sich eine Mission aus. Die Missionen reichen von kurz und eher leicht bis lang und schwer. Wobei kurz hier ein relativer Begriff ist. Wir haben zu zweit für die erste Mission „Die Ankunft“ schon mal über 3 Stunden benötigt. Das ist natürlich nicht die Regel, aber es kann passieren. Die Missionen sind in Level unterteilt, welche dann aufgebaut werden, wenn das Level erreicht bzw. erkundet wird. Somit kann der Spielplan immer weiter wachsen und doch relativ weitläufig werden, wobei die Gänge immer eng bleiben.
Also weiter, wir haben uns eine Mission ausgesucht und jeder Spieler hat sich für einen der vier KOR-Soldaten entschieden. Waffen geschnappt – geladen und entsichert – los geht’s!

Schmale Gänge, wenig Deckung und verdammt viele Feinde. Scheiße, wie sollen wir das nur schaffen! Marcus Fenix – ein KOR-Soldat steht in Deckung, vor ihm eine Horde Locust! Ein Boomer und zwei Drohnen. Ein Boomer alleine wäre schon gefährlich genug, doch zwei Drohnen, die einzeln zwar ungefährlich sind, in der Gruppe aber böse stressen, unterstützen den Boomer. Zum Glück bekommt Marcus Rückendeckung von seinen KOR-Kameraden. Fenix entscheidet sich auf das Feld vor ihm eine Frag-Granate zu werfen. Diese trifft alle auf einem Feld und teilt ordentlich aus. Die Explosion ist großartig, alle 3 Locust wurden in Stücke gesprengt, doch die wertvolle Frag-Granate ist nun auch weg – scheiße! Brauchen wir sie doch um diese verfluchten Locust-Löcher zu stopfen aus denen diese Viecher immer und immer wieder hervorkriechen! Naja, Marcus muss sich erst einmal ausruhen, in der Zeit kommen schon wieder neue Locust auf die KOR-Truppe zugestürmt.

So oder so ähnlich fühlt sich jeder Zug bei Gears of War an! Der dauernde Druck und Mangel an Munition sorgen mit den schönen Miniaturen für eine dichte Atmosphäre. Die einfach zu verstehenden Regeln tragen ihr übriges dazu bei, dass Gears of War ein Abenteuer erster Klasse wird!

Zugablauf

Ein Zug läuft im wesentlichen in 3 Phasen ab. (1) Heilen, das bedeutet bis zu zwei neue Handkarten ziehen – Handkarten stellen die möglichen Aktionen aber auch die Lebenspunkte dar. Spieler haben ein Handkartenlimit von 6, außer der Charakter (Marcus Fenix) sagt etwas anderes. (2) Befehle erteilen – In der Befehlsphase muss eine Handkarte ausgespielt werden. Danach darf man sich entweder ein Feld bewegen, einmal angreifen oder eine oder mehrere der Aktionen auf der Karte durchführen. Führt man mehr als eine Aktion von der Karte durch, müssen diese in der Reihenfolge durchgeführt werden, wie sie auf der Karte stehen. Das sorgt immer dann für Spannung und Ärger, wenn man gerne erst schießen und dann laufen würde, die Befehlskarten auf der Hand aber es genau anders herum sagen. Im wesentlichen besteht das Spiel also aus ballern und bewegen. Soweit so gut! Die 3. Phase (3) Locust aktivieren lässt den aktiven Spieler eine KI-Karte ziehen, welche beschreibt was die Gegner machen. Dies kann ein allgemeines Event sein oder etwas wie: Alle Drohnen: Wenn sich ein KOR-Soldat innerhalb von 3 Feldern befindet: Angreifen – andernfalls: Bewege jede Drohne 2 Felder auf den nächsten KOR-Soldaten zu.
Durch die Knüpfung an Bedingungen passiert eigentlich immer etwas und das Spiel bleibt dauerhaft spannend. Sind die geforderten Locust nicht im Spiel, wird einfach eine neue Karte gezogen, oder sie werden am nächsten Locust-Loch erzeugt – diese drecks Locust-Horden sind einfach unendlich!

Eine Mission kann unterschiedliche Ziele haben, meist hat es aber etwas mit durchballern oder überleben zu tun – ganz nach Gears of War Manier eben!

Neben dem reinen durchballern können aber auch neue Waffen und Munition gefunden werden. Munition ist essentiell, ohne geht gar nichts. Man kann entweder mit Munition schießen = stärkerer Schuss = mehr Schaden, oder ohne Munition, was einen schwächeren Schuss ergibt. Hat man keine Munition mehr auf der jeweiligen Waffe liegen, kann diese gar nicht mehr schießen – bis auf die Pistole, typisch Shooter geht diese nie leer. Jede Waffe hat neben dem starken und dem schwachen Schuss auch noch eine zusätzliche Fähigkeit. Sei es die Kettensäge des Sturmgewehrs oder ein Flammenwerfer der die Verteidigungswürfel des Gegners ignoriert. Die richtige Waffe zum richtigen Moment einzusetzen gehört zum Erfolg dazu.

Jeder Schuss (k)ein Treffer! – Das Kampfsystem

Gears of War - Kurz vor Ende der ersten Mission.
Gears of War – Kurz vor Ende der ersten Mission.

Nachdem wir nun so viel über Waffen gesprochen haben, kommen wir doch zum Kampfmechanismus. Typisch amerikanisch läuft dieses über Würfel. Der Gegner muss in Sichtweite und am besten in Reichweite – auf der Waffe in Feldern angegeben – sein. Für jedes Feld, dass die Reichweite überschreitet wird ein Verteidigungswürfel hinzugefügt. Ist der Gegner in Sichtweite werden also die Angriffs- und Verteidigungswürfel berechnet. DIe Angriffswürfel sind von der Waffe und der Art der Attacke vorgegeben, die Verteidigungswürfel nicht. Diese berechnen sich aus der Grundverteidigung – bei KOR-Soldaten immer eins, bei Locust von 1-4 alles dabei – plus eventuelle Deckung.

 

Die Deckung

Deckung benutzen ist besonders für die KOR-Soldaten wichtig, da diese sonst nur einen Verteidigungswürfel haben und somit maximal zwei Schadenspunkte abwehren können. Deckung bringt, wenn der Gegner auf der anderen Seite der Deckung steht, zwei zusätzliche Verteidigungswürfel. Steht der Gegner auf der gleichen Seite der Deckung, gibt es nur einen zusätzlichen Würfel. Steht der Gegner aber auf dem gleichen Feld, ist Deckung nutzlos und es gibt null zusätzliche Würfel.

Die Berechnung des Kampfschadens

Nachdem also die Angriffs- und Verteidigungswürfel berechnet wurden, geht das wilde würfeln los. Der Schaden berechnet sich dann aus (Schadenssymbole + eventuelle Fähigkeiten durch Omen-Symbole – Verteidigungssymbole). Die Treffer werden dann als Handkarten abgeworfen bzw. bei den Locust wird geschaut ob genug Treffer vorhanden sind, um diese zu töten. Ist das nicht der Fall wird ein Verwundungsmarker unter den Locust gelegt, dieser zeigt eine feste Zahl an Lebenspunkten an. Das kann anfangs verwirrend sein, ist aber ganz einfach. Hatte ein Locust 3 Leben (laut Locust-Karte) und steckte 2 Treffer ein, wäre er logischerweise auf einem Leben. Sein Verwundungsmarker zeigt aber 2 Leben an. D.h. immer wenn man es nicht schafft diesen Locust auf einen Schlag zu töten, ist dieser auf zwei Leben. Locust können verdammt schnell regenerieren…

Ende des Kampfes

Wurde ein Locust getötet lässt er einen Marker fallen, auf diesem ist entweder ein rotes X, dann wird dieser abgeworfen, oder es ist eine Waffe drauf, dann können die KOR-Soldaten diese aufheben.
Hat ein KOR-Soldat keine Handkarten mehr verblutet dieser und muss aufgeholfen bekommen, verbluten alle KOR-Soldaten ist das Spiel verloren.


Die Reaktionen

Neben den normalen Befehlen hat jede Karte noch eine Reaktionsfunktion. Das macht das Spiel extrem interessant, da man auch etwas machen kann, wenn man nicht am Zug ist. So gibt es die Reaktionen (1) Folgen, (2) Deckungsfeuer (3) Verteidigung.
(1) Folgen: Bewegt sich ein anderer Spieler und ihr spielt Folgen aus, dürft ihr euch ebenfalls auf das letzte Feld seiner Bewegung bewegen. Dies macht die KOR-Soldaten flexibel und ermöglicht das Zusammenbleiben.
(2) Deckungsfeuer: Greift ein KOR-Soldat an und ihr spielt Deckungsfeuer, dürft ihr ebenfalls angreifen unter den normalen Regeln
(3) Verteidigung: Werdet ihr angegriffen und spielt Verteidigung, erhaltet ihr zwei zusätzliche Verteidigungswürfel.


Solo Spielbarkeit

Gears of War ist Solo spielbar, wie so gut wie jedes kooperative Brettspiel ohne Verräter. Durch die Handkarten Mechanik ist es aber gar nicht so einfach und kann Solo durchaus für Verwirrung und durcheinander sorgen. Ich kann es also nicht uneingeschränkt Solo Brettspiel empfehlen, da gibt es bessere Alternativen. Solltet ihr aber den dringenden Drang versprüren eine Runde zu ballern, steht dem auch Solo nicht viel im Wege.


Erweiterungen

Für Gears of War gibt es eine Erweiterung. Neue werden nicht mehr kommen. Die eine Erweiterung ist das „Missionspacket 1“ und war ein Print on Demand. Als PoD ist dieses nurnoch vereinzelt in Heidelberger Flagship Stores zu bekommen. Es enthält weitere Missionen in Kartenform und sonst kein weiteres Spielmaterial.


Pro & Contra

Gears of War lässt kaum Wünsche offen, wer das Setting und kooperative Spiele mag kann hier eigentlich kaum Contra Punkte finden.

Pro:

Die Pro-Punkte sind eindeutig die tollen Minis, das super rübergebrachte Flair eines Third-Person-Shooters und die Abwechslungsreichen Missionen.

Contra:

Zu den Contra-Punkten zählt die schlecht abschätzbare Spielzeit und der doch recht hohe Glücksfaktor. Diesen muss man einfach mögen. Die Handkarten welche gezogen werden sind Glücksabhängig, die KI-Karten können für die Spielgruppe glücklich oder unglücklich sein und der Kampf sowieso. Typischer Ameritrash eben.


Fazit zu Gears of War

Gears of War ist auf jeden Fall etwas für alle die kooperative Action lieben und mit Glück leben können! Ihr solltet allerdings etwas Zeit mitbringen, denn es ist kein Spiel, das mal eben in einer Stunde erledigt ist. Egal ob Solo – mit Abstrichen – oder mit Freunden, Gears of War macht Spaß! Schade ist, dass Gears of War nicht mehr aufgelegt wird und damit out of print ist. Es ist also nurnoch gebraucht zu bekommen. Die Angebote belaufen sich hier auf 30-50€. Mehr solltet ihr auch wirklich nicht dafür ausgeben.

Im Laufe der Zeit sind die gebraucht Preise leider sehr stark angestiegen. 100€ und mehr ist durchaus gängig für diesen „Schatz“. Ob es das einem Wert ist, muss natürlich jeder selbst wissen.


Bewertung von Gears of War

Sehr gutes Spiel

 

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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