19 September, 2017

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my Village – Rezension
Photo Credit To eggertspiele, Pegasus Spiele

my Village – Rezension

Story Highlights

my Village ist ein eigenständiges Spiel und als Ableger des „Kennerspiels des Jahres 2012“ Village von Inka und Markus Brand. Anstatt alle in einem Dorf zu leben, baut hier jeder mittels Würfel sein eigenes Dorf. Was es dazu zu berichten gibt, das erfährst du hier.

Beschreibung des Verlags zu my Village

In der Dorfchronik wird ein völlig neues Kapitel aufgeschlagen.
Denn hier führt jeder Spieler sein ganz eigenes Dorf zu
Ruhm und Ehre.

Jeder startet mit einem kleinen Hof und fünf Dorfbewohnern: einem Abt,
einem Ratsherrn, einem Reisenden, einem Handwerker und einem Händler.
Um dein Dorf auszubauen, fügst du Gebäude und Kornfelder hinzu und
lockst Mönche und Kunden an, alles, während die Zeit stetig verrinnt.
Dabei stirbt immer mal wieder einer deiner Dorfbewohner und lässt seinen
Berufsstand unbesetzt. Zwar kann schon mal ein Nachkomme an seine Stelle
rücken, doch sind die Möglichkeiten zu vielfältig, als dass du alle Bereiche
deines Dorfes gleichmäßig vorantreiben kannst.

News zu my Village

Keine News zu my Village

Rezension zu my Village

Willkommen im Kreis my Village, dem Ortskreis zum Dorf Village. Hier in Kreis my Village dreht sich alles um die Verwirklichung seiner Selbst zum Wohle der eigenen Gemeinschaft. Denn irgendwie will jedes Dorf im Kreis my Village das beste Dorf sein – egal. Hier verwirklicht sich wirklich jeder selbst. Ob als Bauer, als Priester oder als Reisender, von dem keiner weiß wohin er eigentlich reist. Alle sind hier glücklich.

Und doch ist etwas komisch hier. Irgendwie wird alles auf mysteriöse Art und Weise vom Zufall beeinflusst. Der Reisende Alex bleibt ganz plötzlich stehen und macht tagelang Pause. Und dann noch dieser makabere Wettbewerb. Das beste Dorf… Weisst du wann sich entscheidet, welches das beste Dorf im Kreis my Village ist? Dann wenn der Kreisfriedhof eine bestimmte Anzahl an gefüllten Gräbern hat. Jedes Jahr aufs neue davon abhängig, wie viele Dörfer sich auf diesen makaberen Wettbewerb einlassen.

Und unser Dorfältester macht seinen Job auch nicht so richtig. Er soll alles aufschreiben, was im Dorf passiert und festhalten – schließlich muss irgendwie nachvollzogen werden, welches das beste Dorf ist. Doch er lässt ständig alles liegen und sammelt seine Notizen bei einem Baum. Das ist der mit Abstand blödeste Platz! Dort suchen ständig die Ratten nach Futter und nagen alles an, so dass er dann nicht mehr lesen kann, was er geschrieben hat. Kein Wunder, dass wir immer Mal die Pest im Kreis haben. Aber zum Glück noch lange nicht so häufig wie in Village.

Doch es ist schön hier. Jedes Dörfchen hat seine Ecken und Kanten und wie im richtigen Leben, schlägt der Zufall Mal mehr, Mal weniger zu.

Die Eckdaten zu my Village

Titel:my Village
Verlag:eggertspiele, Pegasus Spiele
Spielerzahl:2-4
Spieldauer:60-90 Minuten
Alter:10+
Autor:Inka und Markus Brand
Genre:Eurogame, Würfel einsetzen
Preis (UVP):34,95€
Erscheinungsjahr:2015
Komplexität:mittel
Glücksfaktor:mittel

Die Spielmechaniken von my Village

Wie du bestimmt aus der Einleitung herausgelesen hast, ist ein bestimmendes Element in my Village der Zufall. Dieser manifestiert sich in Form von Würfeln, mit denen wir unsere Aktionen ausführen. Weiße Würfel, die jeder lieb hat und böse schwarze „Pest“Würfel. Zu Beginn jeder Runde wirft der Startspieler alle Würfel. Danach nimmt jeder Spieler zwei Würfel und die addierte Augenzahl besagt, welche Aktion ausgeführt werden kann. Denn jeder Aktion ist eine Zahl zugeordnet. Es gibt weiße und schwarze Aktionen. Schwarze Aktionen, sind immer alleine auszuführen, bei weißen Aktionen sind beliebig viele miteinander kombinierbar – natürlich nur solange die Zahl die gleiche ist.

Nimmt man einen der Pestwürfel kostet das Zeit. Zeit, das nächste Stichwort und das Element für welches Village so ausgezeichnet wurde (Kennerspiel des Jahres 2012). Pestwürfel kosten uns 2 Zeit, Aktionen kosten uns Zeit. Ist zu viel Zeit vergangen, stirbt jemand. Das wollen wir eigentlich nicht, aber irgendwie auch schon. Denn Sterben bringt Siegpunkte und uns dem Sieg näher, aber die tote Person muss ersetzt werden… Zwickmühle! Nach jeder Beerdigung dürfen sich die Ratten bewegen und wer hätte es gedacht, auch dies wird über einen Würfel gesteuert. Kommen die Ratten am Friedhof an wird gefuttert. Was Ratten so futtern? Geschichtenpunkte natürlich! Die Notizen für die Dorfchronik wird angefressen. Was sollen Ratten auch sonst futtern? Naja, ich könnte da behilflich sein. Zufällig hausen bei mir ein paar Farbratten. Die nagen zwar auch echt gerne an allem möglichen. Aber am liebsten gibt’s Joghurt-Drops.

So sieht eine Ratte aus ;)
So sieht eine Ratte aus, genau nach dem Joghurt-Drops futtern 😉

Genug der Tierkunde – zurück zum Spiel. Die Ratten fressen also die Geschichtenpunkte, aber nur so lange, wie diese noch nicht in’s Geschichtenbuch geschrieben – also in Sicherheit – gebracht wurden. Ein Ärgermechanismus, welcher immer mit einkalkuliert werden muss und wenn er nicht beachtet wird, böse zuschlagen kann.

Ansonsten wird vor sich hingebaut. Es gibt 5 „Spezialisierungen“. Der Priester, der Ratsherr, der Handwerker, der Reisende und der Händler. In allen Bereichen können Gebäude gebaut und Aktionen nur dann genutzt werden, wenn dort eine ausgebildete Person schuftet. Gebäude bringen Boni, erzeugen Gegenstände oder sind für Siegpunkte da. So sind verschiedene Kombinationen / Strategien möglich.

Das Aussuchen von zwei Würfeln dauert Mal länger und geht mal schneller. Als wirklich interessant wurde dieser Aktionsmechanismus nie empfunden. Man hat etwas vor und hofft, dass die passende Würfelkombination vorhanden ist. Ist dem nicht so, sucht man eine Alternative, was mitunter auch mal länger dauern kann.

Was bietet my Village also? Das schauen wir uns im Fazit an.

Mein Fazit zu my Village

An my Village gefällt mir die Aufmachung. Das Spiel sieht einfach toll aus und lässt einen wirklich das Gefühl haben, das eigene Dorf auszubauen. Leider ist das alles, was einen in das Thema zieht. Durch den Wegfall der Generationen und die Würfel als Hauptmechanismus wirkt das Spiel noch einmal eine ganze Ecke mechanischer als das Vorbild. Dadurch, dass die Figuren einfacher zu ersetzen sind, als in Village, fühlt es sich für uns beliebiger an. Das ist wirklich Schade, es war eines der herausstechenden Elemente von Village. Allerdings muss sich my Village natürlich von seinem Vorgänger abheben. Es stellt sich zwangsläufig die Frage: Braucht man my Village?

Wenn ich jetzt sage Ja, soll das nicht heißen, dass jemand der Village besitzt und damit zufrieden ist, sich my Village zulegen soll. Doch my Village hat natürlich seine Stärken. Dadurch, dass die Pestwürfel nicht genommen werden müssen, sondern man sie immer freiwillig nimmt und mit einkalkuliert, ist das Spielgefühl an dieser Stelle deutlich positiver. Wie oft habe ich bei Village geflucht, weil extra so gespielt wurde, dass der Pestwürfel für mich übrig bleibt. Sicherlich gehört es zu den strategischen Möglichkeiten des Spiels, aber in my Village ist es meine strategische Entscheidung, nicht die meiner Gegner. Trotzdem hat auch my Village ein Ärger-Element, welches man selbst nur beschränkt beeinflussen kann: Die Ratte. Dieses süße kleine Tier (siehe Foto oben). Dieses Element macht uns aber mehr Spaß als die Pestwürfel. Die Ratte ist berechenbar (das waren die Pestwürfel auch), aber beeinflussbar und gnadenlos. Gnadenlos, weil sie alle Spieler trifft. Wenn man also sieht, dass die Ratte Richtung Friedhof wandern könnte, sollte man seine Geschichtenpunkte in Sicherheit bringen. Dumm nur, wenn wir mit mehr als 2 Spielern spielen und die Ratte am Friedhof ankommt, bevor man auch die Chance hat, die Geschichtenpunkte in Sicherheit zu bringen. Doch auch das passiert nur, wenn man vorher nicht wirklich achtsam war. Es unterstreicht für mich aber einen Aspekt: my Village ist aufgrund von Größe des Spiels, Downtime und Elementen wie der Ratte eher ein 2 Spieler Spiel und entfaltet dort sein volles Potential.

Doch warum ist die Ratte beeinflussbar? Naja, entgegen dem echten Leben kann man in my Village durchaus planen wann jemand stirbt. Da bleibt immer noch der Zufallsfaktor Würfel, aber wie ich schon sagte, es ist eben ein Stück weit berechenbar. Wenn die Ratte bei einer 4, 5 oder 6 den Friedhof erreicht, weiss ich, dass ich eine 50% Chance habe, meinen Mitspielern mit der Ratte eins auszuwischen. Neben dem Wegnehmen von Würfeln ist die Ratte aber wirklich das einzige Ärger-Element in my Village. Sonst wird fröhlich vor sich hergespielt und keiner muss groß auf den anderen achten.

Noch ein Wort zu Downtime. Für diese Art Spiel ist die Downtime gar nicht Mal hoch. Denn die Würfel geben die Aktionsmöglichkeiten ja vor, es ist nicht wie bei Arler Erde (Bericht hier), dass man die Wahl aus 32 Aktionen hat. Aber natürlich erhöht sich die Downtime bei 4 Spielern und dann würde ich da doch andere Spiele vorziehen.

Jetzt spräche bis jetzt alles dafür my Village mit einem „Gut“ auszustatten. Es gibt aber einen Punkt, der mich dazu bewegt dem Spiel nur ein „befriedigend“ zu geben. Es sind die unterschiedlichen Strategien. 5 Spezialisierungen habe ich. Die Religion, das Reisen, das Handwerk, den Händler und das Rathaus. Siegpunkte generieren kann man aber nur durch Handel, Reisen und Religion. Religion, Reisen und Handel benötigen alle Waren, setzen also einen gewissen Stand an Handwerk voraus. Das Rathaus generiert keine Siegpunkte, unterstützt also nur. Bleiben 3 Spezialisierungen zum Sieg. Es hat sich als erfolgreich herausgestellt, zwei davon zu kombinieren. So bleiben die Kombinationen: Reisen und Religion; Religion und Handel; Handel und Reisen. Das sind lediglich 3 Mögliche Strategien, welche man natürlich „perfektionieren“ kann, sofern das in einem Würfelspiel möglich ist. Sorry, das ist mir zu wenig!

Lobend muss ich noch das Spielmaterial herausstellen. Eggertspiele, das ist wirklich aller erste Sahne. Bis auf, ja auch hier gibt es einen Wermutstropfen, den Gevatter Tod. Der ist so klapprig, dass er selbst schon auseinander fällt und das nervt!

Übrigens: Für das Erstellen dieser Rezension wurden keine Tiere verletzt. Das kleine Fotomodel heisst Ciri und ist eine 1 1/2 jährige Husky-Farbratte.

Bewertung von my Village

Mittelmässiges Spiel

Und bevor wie die Rezension beenden noch eine kleine Umfrage! Danke fürs mitmachen!

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Videos zu my Village

Regelerklärung

Rezension

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About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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