19 September, 2017

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Oben und Unten – News, Angespielt, Rezension, Video-Rezension
Photo Credit To Ryan Laukat

Oben und Unten – News, Angespielt, Rezension, Video-Rezension

Story Highlights

Beschreibung zu Oben und Unten

Oben und Unten ist eine Mischung aus Aufbau- und Geschichtenspiel, in dem bis zu 4 Spieler darum wetteifern, das beste Dorf zu bauen, ober- und unterhalb der Oberfläche. Dazu senden die Spieler ihre Dorfbewohner aus, um die Höhle zu erkunden, Rohstoffe zu ernten und Häuser zu errichten. Jeder einzelne Bewohner hat einzigartige Fähigkeiten und die Spieler entscheiden, wie sie am besten eingesetzt werden. Jeder Spieler hat sein eigenes Dorftableau, auf dem er seine Bewohner auf die zugewiesenen Rollen verschieben kann. Geht Lucy auf eine Expedition in die Höhle? Oder sollte sie lieber im Dorf bleiben, um jungen Dorfbewohnern wichtige Fähigkeiten zu lehren? Die Spieler sammeln und handeln untereinander außerdem mit einer Fülle an Waren (Frucht, Fisch, Pilz, Topf, Seil, Papier, Erz, Amethyst, Apfelwein und Tränke).
(Quelle: Schwerkraft Verlag)

News zu Oben und Unten

17.05.2016: Fan-Buch der Begegnungen geplant

02.05.2016: Oben und Unten lieferbar

13.03.2015: Above and Below angekündigt

Angespielt zu Oben und Unten

Dieses Angespielt basiert auf einem vergünstigtem Rezensionsexemplar von Schwerkraft-Verlag.

Oben und Unten – Der Titel des Spiels spiegelt meine Erstpartie ganz gut wieder. Es ging hoch und runter mit der Meinung über das Spiel und auch meine Dorfbewohner mussten Oben und Unten ihre Arbeit verrichten.

Oben und Unten sieht wunderschön aus. Die Mechanismen und Regeln sind klar verständlich, eingängig und einfach. Arbeiter können Aktionen ausführen, Bauen und Lernen benötigt besondere Dorfbewohner mit dem passenden Symbol. Dorfbewohner, welche eine Aktion ausgeführt haben, müssen sich ausruhen und können, genug Betten oder Apfelwein vorausgesetzt – das sind bestimmt alles Hessen! -, am nächsten Tag wieder mitmischen.

Dann kommt das Spannende. Man schickt seine Dorfbewohner in die Höhle erkunden. Mindestens zwei müssen es sein, alleine fürchten Sie sich zu sehr. Und dort passiert es. Wir begegnen spannenden Geschichten einem schlecht lektorierten Buch, welches in manchen Begegnungsgeschichten nicht einmal fertige deutsche Sätze für uns bereit hält. Rechtschreibfehler verzeih ich gerne, aber ein Spiel, welches Storytelling als herausragendes Element haben möchte, kann sich keine Sätze leisten, bei denen mitten drinnen ganze Wörter fehlen oder die Satzstellung so grausig ist, dass man den Sinn kaum noch erfassen kann und damit die Atmosphäre zerstören.

Lässt man sich davon nicht beirren, bekommt man eine kleine Geschichte und eine Entscheidung. Dann entscheidet man sich, und würfelt auf Laternen (Erfolge). Jeder Dorfbewohner produziert ab einem bestimmten Würfelwert eine bestimmte Zahl Laternen. Man kann sie auch anstrengen, dann sind sie nicht nur müde, sondern verletzt. Hat man genug Erfolge, geht die spannende Geschichte weiter bekommt man zwei Fische, oder zwei Münzen und einen Fisch – alles mögliche halt, nur keine weitere Geschichte, welche die Begnegnung zu einem Abschluss führt. Schade! Ich will doch wissen was passiert ist, als ich das Monster erfolgreich bekämpfte. Ich will wissen, wo der Unterschied zwischen 5 Erfolgen und 7 Erfolgen lag. Hab ich das Monster bei 5 Erfolgen nur vertrieben und bei 7 Erfolgen getötet? Das Buch der Begegnungen schweigt sich dazu aus. Was passiert bei einem Misserfolg? Oft nichts, manchmal etwas negatives. Story? Fehlanzeige!

So wird aus dem herausstechenden Element von Oben und Unten ein nettes Gimmick, welches das Spiel aber nicht wirklich trägt. Im 2 Spieler Spiel haben wir beide zusammen in 7 Runden insgesamt 6 Mal erkundet. In 3 der vorgelesenen Geschichten waren grobe Fehler. Es kann natürlich sein, dass wir beim rauspicken Pech hatten. Insgesamt gibt es über 200 Geschichten im Buch, aber es fiel halt so stark ins Auge, dass ich das bei diesem Ersteindruck nicht ignorieren kann.

Der Rest spielt sich locker flockig runter. Geld einnehmen, Arbeiter verteilen, Gebäude bauen und tolle Effekte mitnehmen. Ehrlich gesagt: Schon tausend Mal gesehen.

Ich hoffe das Oben und Unten besonders im 3 und 4 Spieler Spiel punkten kann. Dort sollte es ja zu mehr Begegnungen (hoffentlich ohne Fehler), mehr Interaktion (Handel) und mehr Konkurrenz um die Karten kommen. Zu zweit ist Oben und Unten vom ersten Eindruck her Durchschnitt, mit einer wunderschönen Grafik und toller thematischer Idee!

Übrigens, das Spielmaterial, das ist aller erste Sahne.

Bilder zum Spiel findest du etwas weiter unten im Abschnitt „Bilder“

Nachtrag nach der zweiten Partie Oben und Unten:

Nun ging es also zu dritt ans Höhlen erkunden und Häusle bauen. Ehrlich gesagt hat sich an meinem Eindruck nicht viel geändert. Wieder waren Fehlerhafte Geschichten dabei, bei denen z.T. Worte fehlten. Wieder dümpelte das Spielgeschehen abseits von der Erkundung vor sich hin. Eine Erkundung war wirklich spannend und erstreckte sich über mehrere Erzählungen, welche immer auf die davor gewählte Möglichkeit bezog. Mehr davon! Leider befürchte ich, dass dem nicht so ist. Weiterhin stört uns, dass die Erfolge, welche man erzielt, nicht mit kurzen Geschichten beschrieben werden, damit jede Geschichte einen runden Abschluss hat. Besonders schade ist es, wenn das was man bekommt, so gar nicht zur Geschichte passt. Dann ist es mit dem zusammenreimen auch nicht mehr so einfach.

Im 3 Spieler Spiel kommt das Handeln als Element etwas stärker zu tragen. Die Downtimes sind nicht wesentlich höher, so dass ich das Spiel wohl auch zu 4. spielen würde. Was mich wundert ist, dass wir zu dritt nicht wesentlich mehr Erkundungen als zu zweit hatten. Wir hatten aber auch das Problem, dass kaum Gebäude mit Betten vorhanden waren, wir also immer relativ wenige bereite Dorfbewohner hatten.

„Fazit“ nach 2 Spielen: Schöne Idee, verhunzte Übersetzung und Lektorat, der Teil mit den Geschichten wurde nicht konsequenzt zu Ende gedacht, der Rest (bis auf die Illustration) ist durchschnitt. Schade, so landet Oben und Unten wohl eher unten im Regal.

Rezension zu Oben und Unten

Oben und Unten – Eine spielerische Reise mit Höhen und Tiefen.

Oben und Unten ist ein Spiel von Ryan Laukat, welches über Kickstarter finanziert wurde. Beim Schwerkraft Verlag erschien nun die deutsche Lokalisierung.

Das Spiel enthält einen klassischen Workerplacement-Mechanismus. Das Sahnehäubchen ist das Buch der Begegnungen, welches Geschichten enthält, die die Dorfbewohner beim Erkunden der „Unterwelt“ erleben. Dabei sind Entscheidungen zu treffen und die nötigen Erfolge durch Würfel zu erzielen um eine Belohnung zu erhalten.

In erkundeten Höhlenabschnitten können dann Außenposten gebaut werden, welche das Dorf wachsen lassen und Boni wie Betten oder Ressourcen bringen. Grundsätzlich versucht man möglichst viele Dorfpunkte zu sammeln. Dies geschieht durch das Bauen von Gebäuden (oben) und Außenposten (unten), ruhmreichen Taten während dem Erkunden und dem sammeln unterschiedlicher und möglichst vieler Ressourcen. Viel zu tun im Lande Oben und Unten.

Das Spielmaterial ist insgesamt über jeden Zweifel erhaben. Tolle Illustrationen und wertiges Material, lassen das Gesamtpaket für den Preis mehr als fair wirken. Allerdings hat das Spiel einen Mangel, der mich wirklich ärgert. Das Buch der Begegnungen ist natürlich eine Meisterleistung. In der Originalversion in feinstem Englisch geschrieben ist es ein wahrer Genuss für alle anglophilen, die deutsche Lokalisierung ist leider eher zum Abgewöhnen. Fehlende Wörter und Satzstellung die weder elegant sind, noch wirklich Sinn machen. Von 235 Geschichten haben sich in einer Überprüfung des gesamten Buchs der Begegnungen 44 Geschichten als fehlerhaft erwiesen. Als fehlerhaft sehe ich hier auch Aspekte an, die man unter „schlechter Stil“ einordnen kann, besonders im Vergleich zur Originalfassung ist es geradezu schockierend zu sehen, was hier geleistet wurde.

Neben der mangelhaften Lokalisierung stört mich persönlich ein weiterer Aspekt. Die Geschichten wirken als Alleinstellungsmerkmal, sie machen Oben und Unten zu etwas Besonderem. Oder sagen wir besser, sie könnten es zu etwas Besonderem machen, wenn es konsequent durchdacht und zu Ende geführt worden wäre. Die Geschichten erzählen schön wie es zu den Begegnungen kommt und was passiert, die Konsequenzen der Entscheidungen werden allerdings nicht erzählt. Da heisst es dann platt: „Du bekommst 1 Fisch“. Während das bei einer Begegnung wie „Du siehst einen Angeplatz, möchtest du Angeln?“ noch logisch ist, sind die Belohnungen teilweise so absurd, dass jedes herleiten scheitert.

Was bleibt also übrig? Ein durchschnittliches, leicht zu lernendes Wokrerplacement-Spiel mit toller Grafik und tollen Spielmaterial. Toll gespielt und durchaus Unterhaltsam, solange man nicht eine der 44 fehlerhaften Begegnungen erwischt. Spielmechanisch ist es Schade, dass das Erkunden nicht wichtiger ist. In der Kickstarter-Version gibt es Plättchen, welche einen dauerhaften Vorteil gewähren und diese bekommt der erste Spieler einer Runde der erkunden geht. Dadurch wird es wesentlich attraktiver und man geht mehr Risiko ein. In der Schwerkraft-Fassung des Spiels, hat man keinerlei Grund ein Risiko einzugehen und somit wird dem Spiel der besondere Aspekt gleich doppelt genommen.

Schade, denn ich hatte große Hoffnungen in Oben und Unten gesetzt. Diese konnten leider nicht gehalten werden. Wären die Übersetzungsfehler nicht gewesen, welche hoffentlich in einer zweiten Version ausgebessert werden, könnte ich auch mit einer Bewertung von 4 Würfeln, also „gutes Spiel“, leben.

Bewertung

Mittelmässiges Spiel

Bilder von Oben und Unten

Die Gebäude in Above and Below Foto: Above and Below Kickstarter
Die Gebäude in Above and Below
Foto: Above and Below Kickstarter
Die Dorfbewohner in Above and Below Quelle: Kickstarter Above and Below
Die Dorfbewohner in Above and Below
Quelle: Kickstarter Above and Below
Abow and Below - voll aufgebaut. Quelle: Above and Below Kickstarter
Abow and Below – voll aufgebaut.
Quelle: Above and Below Kickstarter

Videos zu Oben und Unten

Video-Rezension zu Oben und Unten

 

 

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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4 Comments

  1. Norbert

    Hallo Alex,
    endlich mal eine Rezension, die offen und ehrlich rüberkommt. Ich habe mich wirklich gefreut das das Spiel auf Deutsch herauskommt. Dann sowas. Man hat dem Spiel das Herz geraubt. Sehr ärgerlich. Auch der Aspekt, das man das Spiel auch ganz ohne Erkunden gewinnen kann, finde ich sehr störend. Hier fehlt, wie Du richtig sagst, der Anreiz.
    Ich hoffe man nimmt Deine Kritik zum Anlass für Verbesserungen.

    Vielen Dank.

    Norbert

    Reply
  2. Didi

    Moin, moin,
    aber jemand, der so viele Rechtschreib- und Interpunktionsfehler in seine Bewertung einbaut, darf sich über fehlerhafte Texte nicht beschweren! Und dann noch der ständige Gebrauch des Frageworts ‚welches‘ statt des Pronomens ‚das‘, ein schlechter Schreibstil – eventuell auch nur, um nicht entscheiden zu müssen, ob es ‚das‘ oder ‚dass‘ heißen muss.
    Allerdings weiß ich nicht, ob ich die Bewertung dann überhaupt ernst nehmen kann … 😉

    Reply
    1. Alexander

      Hallo Didi,

      wie heisst es doch so schön: Um etwas kritisieren zu können, muss man es nicht selbst besser machen können. Man muss nur benennen können was fehlerhaft ist.

      Nur um dich zu beruhigen, die Regel für dass oder das ist mir sehr gut bekannt. Wenn man dieses oder welches einsetzen kann, schreibt man das mit einem s.

      Was mich viel mehr an deinem Kommentar stört sind zwei Dinge: Woher die Motivation jemanden auf diesem Niveau anzugreifen. Verletzt dich eine mittelmäßige Bewertung von Oben und Unten? Und dann folgender Punkt: Wenn du die Konsistenz einer Argumentation an der Rechtschreibung festmachst, dann ist dir die Argumentation doch eigentlich vollkommen egal. Für was liest du die Rezension dann überhaupt?

      Ein Schreibstil kann und muss nicht jedem gefallen. Ich schreibe wesentlich lieber „welches“ da ich es das schönere Wort als „das“ finde. Die Grammatikregel impliziert übrigens, dass man das und welches synonym benutzen kann.

      Zu guter Letzt: Viel Spaß beim spielen!

      Reply

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