26 April, 2017

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Angespielt: Pleasant Dreams
Photo Credit To Aerjen Games

Angespielt: Pleasant Dreams

Story Highlights

Beschreibung zu Pleasant Dreams

Alptraumhafte Erscheinungen versuchen deinen tiefen Schlaf zu stören. Je weiter die Nacht voran schreitet, umso mehr Alpträume drängen sich in deine Gedanken. Kannst du sie überwinden ohne vor dem Morgen aufzuwachen oder quälen dich die Alpträume so sehr, dass sie dich leidvoll aus dem Schlaf reißen?

Pleasant Dreams ist ein kleines Kartenspiel von Aerjen Games, das 2014 über Kickstarter finanziert wurde. Eine Partie, die man entweder zu zweit oder gar alleine bestreiten kann, dauert in etwa 5-10 Minuten.

News zu Pleasant Dreams

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Angespielt zu Pleasant Dreams

Kurzbeschreibung

Quelle: http://www.aerjengames.com/pleasant-dreams/
Quelle: http://www.aerjengames.com/pleasant-dreams/

Spielmaterial

Das Spiel besteht aus insgesamt 29 Karten im Tarot Format. 4 Regelkarten, 2 Wakefulness Übersichtskarten (je eine für jeden Spieler), 19 Traumfragmente und 4 Spieler-Karten, sowie 2 blauen Spielersteinen. Die kleine Erweiterung „Lucid Dreams“, die meiner Box beilag, erweitert das Spiel nochmals um 12 Spieler-Karten und eine Regelkarte.

Die Karten sind allesamt beidseitig farbig bedruckt und bestechen insbesondere durch ihr wunderschönes, abwechslungsreiches und teilweise ziemlich gruseliges Artwork, illustriert von Wayne Dorrington. Die Karten, wie auch die Schachtel machen einen robusten Eindruck.

Spielablauf

Spielvorbereitung

Wakefulness-Karte
Wakefulness-Karte

Beide Spieler legen eine der Wakefulness Karten in ihren Spielbereich und legen den Spielerstein auf die „1“. Die Skala symbolisiert, in welchem Schlafzustand man sich befindet von „0“ Tiefschlaf, bis „5“ vom Alptraum aus dem Schlaf gerissen. Anschließend werden die Traumfragment-Karten gemischt und als Stapel zwischen die beiden Spieler gelegt. Jeder Spieler bekommt 2 Spieler-Karten. Durch den Einsatz der kleinen Erweiterung liegen insgesamt 8 verschiedene jeweils in 2-facher Ausführung bereit, aus denen jeder zufällig 2 Karten zieht und in seine Auslage legt. Die verbleibenden Spieler-Karten finden in der aktuellen Runde keine Anwendung und können beiseite gelegt werden. Die Spieler-Karten haben einmalige Effekte, die während des Spielens genau einmal eingesetzt werden dürfen.

Grundmechanismus

Man gewinnt Pleasant Dreams entweder, wenn der Gegenspieler aufwacht, oder indem man seinen eigenen Zug beendet, noch schläft und das Traumdeck in der Mitte der beiden Spieler leer ist.

Zu Beginn des eigenen Zuges kündigt man dem Gegenspieler an, wie viele Karten des Traumdecks man diese Runde ziehen möchte. Dies kann eine beliebige Anzahl zwischen 1 und 5 sein. Erwähnenswert an dieser Stelle ist, dass die Traumkarten alle beidseitig bedruckt sind, und die obere sichtbare Seite ist auch jene, die im Zug zur Anwendung kommt. Ein Spieler kann demnach immer die erste Karte des Traumdecks sehen, weiß jedoch nicht was sich darunter befindet. Die genannte Anzahl an Karten wird dann der Reihe nach einzeln vom Traumdeck weg bereit gelegt und rückwärts, beginnend mit der zuletzt gelegten Karte, abgehandelt. Beim Abhandeln werden die aufgedruckten Zahlenwerte der Karten auf der Wakefulness-Karte abgetragen, sodass eine +I oder +II uns näher in Richtung aufwachen bringt, wohingegen eine -I uns wieder tiefer in den Schlaf fallen lässt. Die einzelnen Zahlenwerte spiegeln sich auch in den zugehörigen Zeichnungen wider, so ist eine Karte mit einer +II deutlich gruseliger als eine Karte mit einer +I. Nach Abhandeln der eigenen Karten ist nun der andere Spieler an der Reihe und nennt dann ebenfalls eine Anzahl an Karten zwischen 1 und 5, die er in diesem Zug vom Traumdeck ziehen und abhandeln möchte. Im Lauf des Spielens wird so das Traumdeck nach und nach leerer und die Spieler verändern laufend ihren Wach- oder Schlafzustand. Erreicht ein Spieler die „5“ auf der Wakefulness-Karte wird er schlagartig durch die überhandnehmenden Alpträume aus dem Schlaf gerissen und hat somit verloren.

In folgendem Bild steht das Häkchen oben in der rechten Ecke für das „X“ in meiner Version:

Quelle: https://boardgamegeek.com/image/1940478/pleasant-dreams?size=large

Besonderheiten

Abhandeln von Karten

Beim Abhandeln werden, wie oben schon erwähnt, rückwärts, beginnend mit der zuletzt gelegten Karte, die Zahlen von dem aktuellen Stand der Wakefulness-Karte abgezogen oder hinzuaddiert. Zusätzlich zu der Zahl hat jede Karte ein Symbol in der oberen rechten Ecke. Das Symbol gibt an, was mit der Karte nach Abhandeln der Zahl geschieht. Ist ein „=“ oder ein „X“ abgebildet, wird sie abgeworfen und somit für die aktuelle Spielrunde aus dem Spiel entfernt. Alle Karten sind beidseitig bedruckt, die meisten, jene mit einem „=“, weisen auf beiden Seiten den gleichen Effekt und diesselbe Illustration auf, die restlichen Karten hingegen haben unterschiedliche Vorder- und Rückseiten, die Vorderseite zeigt das „Flip“-Symbol, die Rückseite das „X“. Ist auf der Karte das Flip-Symbol zu sehen, hat der aktive Spieler nach Abhandeln des Zahlenwertes die Wahl, ob er die Karte abwerfen, und somit aus dem Spiel entfernen möchte, oder ob er sie umdrehen („Flip“), und zurück ins Traumdeck an eine geheime Stelle stecken möchte. Wirft man die Karte ab geschieht dies, ohne die Rückseite zu betrachten. Entscheidet man sich dazu sie zu flippen, wird die Rückseite an beide Spieler offen gezeigt und dann heimlich die Karte an eine, für den anderen Spieler geheime, Stelle zurück ins Traumdeck gebracht. Dies geschieht, indem sich der aktive Spieler das Traumdeck nimmt, dem anderen Spieler den Rücken zuwendet, und die Karte an eine beliebige Stelle, mit Ausnahme der obersten Position, in das Traumdeck legt. Er darf sich dabei keine der anderen Karten ansehen.

Rückseite: +II
Rückseite: +II

Flip-Karten haben auf der Vorderseite immer das gleiche Motiv und das Flip-Symbol: Ein kuscheliger Teddybär mit einer -I, also eine gute Karte. Auf der Rückseite weisen sie jedoch unterschiedliche Effekte auf. Es könnte ein ebenso kuscheliger Bär sein, der einen tiefer in den Schlaf fallen lässt, oder aber auch ein ziemlich gruseliger Bär mit +I oder gar ein, mit Messern malträtierter, Teddy, der uns sogar +II aus unserem Schlaf reißt. Die Rückseite ist zudem mit einem „X“ gekennzeichnet, sodass sie nach Abhandeln aus dem Spiel genommen werden.

Spieler-Karten

Die Spieler-Karten, von denen jeder Spieler zu Beginn der Runde 2 zufällig zieht und offen in seine Auslage legt, geben den Spielern einen zusätzlichen Effekt, der genau einmal pro Partie benutzt werden darf. Nach Nutzen der Karte muss diese erschöpft werden. Diese Effekte bereichern das Spiel und bringen zusätzlich Abwechslung in das Spielgeschehen. Auch hier sind die Illustrationen wieder sehr gelungen.

Beispiele Spieler-Karten-Effekte:

  • The Barrier: Kann einmal benutzt werden, um einen Effekt einer abzuhandelnden Karte mit einem „X“ oder „=“ zu ignorieren (Grundspiel)
  • Premonition: Zu Beginn des eigenen Zuges dürfen die Vorderseiten der obersten 3 Karten des Traumdecks angesehen werden. Der andere Spieler darf sie jedoch auch ansehen. (Grundspiel)
  • The Deep Sleep: Nach Ansagen und Ziehen der Traumfragmente darf die oberste karte des Traumdecks noch zusätzlich ausgelegt und als erste Karte abgehandelt werden
  • The Shimmer: Eine ungeflippte darf umgedreht werden, bevor sie abgehandelt wird
  • The Mirror: Das gesamte Traumdeck darf geflippt werden zu Beginn des eigenen Zuges. Es bleibt geflippt, außer der andere Spieler dreht es mit The Mirror wieder um
Spieler-Karten
Spieler-Karten

Persönlicher Ersteindruck

Wie ihr vielleicht schon einigen anderen meiner Artikel entnehmen konntet, habe ich ein großes Interesse an 2-Personen Spielen, was ich auch schon in einem Kolumnenartikel [klick] dargestellt hatte. Pleasant Dreams erfüllt einen der Hauptaspekte, die ich bei 2-Player-Games erwarte: Spielerinteraktion. Insbesondere die „Flip“-Mechanik sorgt dafür, dass man permanent überlegt, wie wohl der Gegenspieler das Kartendeck modifiziert hat. Was denkt er, wie viele Karten ich bei meinem nächsten Zug ziehe? Nehme ich vielleicht lieber nur eine und warte wie er reagiert? Die „Flip“-Mechanik sorgt daher für ein abwechslungsreiches und auch spannendes Spielgeschehen und bringt einiges Gelächter an den Spieltisch. Gleichzeitig bedarf sie jedoch auch Vertrauen dem anderen Spieler gegenüber. Denn beim Flippen darf dieser das gesamte Deck in die Hand nehmen, um seine Karte zurück zu stecken. Der andere Spieler darf nicht hinsehen, und niemand kann wirklich überprüfen, ob nicht vielleicht doch ein kleiner Blick auf die folgenden Karten geworfen wurde. Natürlich würde das das Spielen überflüssig machen, jedoch ist das beim Schummeln ja immer so, und obwohl das jeder weiß, ist glaube ich jeder Spieler schon einmal einem Schummler begegnet. Dieses Spiel solltet ihr also nicht mit potentiellen Schummlern spielen 🙂

Die Regeln sind einfach und schnell erklärt. Einmal gespielt, braucht man die Regelkarten wohl kein zweites Mal zu studieren. Das ist jedoch auch gut so, denn leider sind die Regelerklärungen etwas unsortiert und wirken unbedacht angeordnet. Wir haben uns von Karte 2 über Karte 5, zurück auf Karte 1 langsam eingelesen und hatten dann nach mehrerem Vorlesen mancher Abschnitte auch letztlich verstanden, was unsere Aufgaben sind. Beim Schreiben dieses Angespielt-Berichts habe ich jedoch festgestellt, dass es tatsächlich nicht ganz einfach ist diese, doch eigentlich so simplen, Regeln kurz und prägnant zu beschreiben. Hier drücke ich also beide Augen zu und bin froh, dass ich die Regeln nun kenne und sie sich mündlich deutlich einfacher wiedergeben lassen.

Zu der Optik des Spiels muss ich ja kaum viel sagen, ich kann es trotzdem nicht lassen. Die kleine Box ist wirklich liebevoll gestaltet und sorgt mit ihrem Stil, im Flair eines alten Buches, für einen Hingucker im Spielregal. Das gesamte Artwork der Karten (Wayne Dorrington) gefällt mir ausgesprochen gut und die Liebe zum Detail ist in jeder Karte zu erkennen. Wie ich ja schon mehrfach betont habe, ist mir persönlich das Design eines Spiels sehr wichtig, mit farbigen Holzklötzen kann ich eben nicht wirklich etwas anfangen, aber bei Pleasant Dreams macht es richtig Spaß die Karten genauer zu betrachten und das Artwork auf sich wirken zu lassen. Zudem war ich begeistert, dass daran gedacht wurde, dass sowohl männliche, als auch weibliche Spieler Pleasant Dreams spielen wollen. Die Wakefulness-Karte ist daher zweiseitig bedruckt, auf der einen Seite mit einem Jungen, die andere Seite dagegen zeigt ein Mädchen. Solche Kleinigkeiten freuen mich immer besonders, insbesondere da selbst große Verlage, ja selbst AAA-PC-Spiele, diese Tatsache nicht häufig als wichtig empfinden. Das Spielmaterial, sowohl die Karten als auch die Schachtel sind von guter Qualität. Die Karten haben eine Tarot-Größe, was mir persönlich gut gefällt, weil so das Artwork noch deutlicher in den Fokus gerückt wird.

Ich bin froh, dass daran gedacht wurde, die Karten mit einem einheitlichen Rahmen zu versehen, da es beim Ziehen der Karten vom Traumdeck schnell mal dazukommen kann, dass die Karten leicht verrutschen. Durch den einheitlichen Rahmen, der übrigens leicht Pergament-farben und nicht stechend weiß ist, was für einen fließenderen Übergang der Illustration zum Rahmen sorgt, kann man so nicht sofort sehen, welche Karte als nächstes kommt. Jedoch muss man beim Ziehen trotzdem etwas aufpassen, dass die Karten nicht zu sehr verrutschen, denn sonst kann man, trotz des einheitlichen Rahmens, einen Blick auf das Farbschema erhaschen und man weiß schnell: Rot ist ziemlich schlecht 🙂

Das Spiel ist mit einer Dauer von 5-10 Minuten und seiner Größe optimal geeignet, um es sich, für eine Zugfahrt oder einen gemütlichen Nachmittag am See, in die Tasche zu packen. Durch die zügige Spielweise können zahlreiche Partien nacheinender gespielt werden und, da der Aufbau des Spiels kaum Zeit in Anspruch nimmt, können diese Partien fast nahtlos aneinander gereiht werden. Für mich persönlich ist es dann doch etwas zu light, aber als Abend-abschließendes Spiel, als Zeitvertreib beim Warten auf andere Spieler, oder für unterwegs eignet sich dieses Spiel auch für mich und meine Spielrunde sehr gut.  Eine etwas größere Skala, die vielleicht von 0 bis 10 geht, hätte zwar die Spieldauer ein wenig verlängert, allerdings auch das Spielgeschehen intensiviert. Zieht man gleich in der ersten Runde die ganz üblen Alptraumfragmente, kann es sein, dass das Spiel schon an dieser Stelle beendet ist. Aber für alle, die kleine und feine Spiele schätzen, bietet Pleasant Dreams sicherlich einige Runden Spielspaß. Insbesondere die Karten der Mini-Erweiterung, die in jeder Box enthalten sind, sorgen für zusätzliche Abwechslung. Ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere zusätzliche kleine Erweiterung Pleasant Dreams aber auch für längere Zeit auf den Tischen halten könnte. Zusätzlich zur Kaufoption bietet Aerjen Games auch eine kostenlose, selbst ausdruckbare Print-Version im pdf-Format auf der offiziellen Homepage des Spiels an.

Rezension zu Pleasant Dreams

Keine Rezension vorhanden.

 

Videos zu Pleasant Dreams

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About The Author

Ich bin Ines, 29, und bin seit vielen Jahren eine absolute Vielspielerin. Meine liebsten Spiele fallen fast alle in die Kategorie Ameritrash/Strategie und stellen entweder Miniaturen oder eine Menge Karten in den Mittelpunkt. Meine Favoriten sind Spiele wie Twilight Imperium, Runewars, Mage Knight oder Descent 1. Wenn ihr Fragen, Wünsche für zukünftige Berichte oder Anregungen habt könnt ihr euch gerne an mich wenden: Ines@Boardgamejunkies.de

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1 Comment

  1. Cookie

    Ich bin ja ganz verliebt in die Optik des Spiels – und ich freue mich auch immer über gute 2-Spieler-Spiele. Mal sehen, wann ich schwach werde und es bestelle 😉 Die Ausdruck-Variante ist natürlich auch cool, aber ich glaube gerade bei der hübschen Aufmachung muss das Original her. Danke für den Tipp!

    Reply

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