Winter der Toten – News (Bild der Ereweiterung aufgetaucht), Angespielt, Rezension
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Winter der Toten – News (Bild der Ereweiterung aufgetaucht), Angespielt, Rezension

Story Highlights

Beschreibung des Verlags zu Winter der Toten

Winter der Toten. Ein Spiel mit dem Schicksal ist ein einzigartiges Brettspiel, um das Überleben in einer postapokalyptischen Winterwelt. Bedroht von Zombies und Eiseskälte, müssen die Überlebenden gemeinsam einen Weg finden, gegen äußere Bedrohungen, Krisen, Nahrungsknappheit und schwindende Moral vorzugehen. Doch außer dem reinen Drang zu Überleben hat jeder noch andere Bedürfnisse und Wünsche, die ihn antreiben. Nicht für alle steht das Allgemeinwohl an erster Stelle, vielleicht verbirgt sich sogar ein Verräter unter den Überlebenden? Das Treffen von schicksalsschweren Entscheidungen ist ein zentraler Aspekt von Winter der Toten. Immer wieder müssen die Spieler entscheiden, was das Beste für die Kolonie – und für sie selbst – ist. Ein Spiel mit dem Schicksal beginnt …
(Heidelberger Spieleverlag)

News zu Winter der Toten

31.01.2016: Erstes Bild der Winter der Toten Erweiterung 'The Long Night' aufgetaucht
03.10.2015: Erste Infos zur Winter der Toten Erweiterung

Angespielt zu Winter der Toten

Endlich war es soweit. Am 12.2.2015 kam Dead of Winter auf deutsch als Winter der Toten raus. Letzten Donnerstag (19.02.2015) kamen wir endlich dazu, es in einer 5er Runde zu spielen. Da dies noch nicht als Test genügt, möchte ich hier meine ganz persönlichen Eindrücke mit euch teilen.

Die Regelerklärung

Unser lieber TraumEngel hatte das Spiel bereits voll aufgebaut, ein Foamcore-Inlay gebastelt und wartete auf uns um es erklären zu können. Wahnsinn, was für eine Erklärung, großes persönliches Lob an dieser Stelle noch einmal. Ich muss sagen, die Erklärung war relativ lang, das Spiel hat also durchaus eine Menge Regeln, aber die Regeln passen alle thematisch zum Spiel und lassen sich logisch herleiten. Dadurch vergisst man sehr wenig und wenn, reicht ein bisschen logisches nachdenken und man weiß was man zu tun hat. Die super Zugübersichten tragen ihr übriges zu einem flüssigen Spiel bei. Aber reißen wir die Regeln doch einmal „kurz“ an:

Jeder Spieler steuert eine Gruppe von Überlebenden der Zombieapokalypse. In einer 5er Runde zieht jeder 4 Überlebende, von denen er sich 2 aussuchen muss, welche dann seine Gruppe darstellen. Hat jeder seine Überlebenden ausgewählt, geht es in der Kolonie los.

Spielaufbau von Winter der Toten
Spielaufbau von Winter der Toten

Die Überlebenden

Meine Gruppe Überlender
Meine Gruppe Überlender

Die Überlebenden haben unterschiedliche Werte, einmal ihren Einfluss, der darstellt, wer das sagen hat und wer im Falle des Falles als erster stirbt (niedrigster Einfluss).

Dann hat jeder Überlebender noch zwei Werte, einen für das Kämpfen und einen für das Durchsuchen. Diese Werte geben an, welche Augenzahl man mit einem Würfel mindestens haben muss, um die Aktion durchzuführen. Zu guter letzt besitzt jeder Überlebende noch eine Spezialfähigkeit – vom Heilen als Ärztin bis hin zum gefahrlosen Bewegen als Trucker.

 

Die Aufgaben, Krisen und der Verräter

Meine geheime Mission und ihre Lösung (3 Nahrungskarten)
Meine geheime Mission und ihre Lösung (3 Nahrungskarten)

In der Kolonie gibt es ein gemeinsames Ziel zu erfüllen, davon gibt es verschiedene, die auch verschieden schwer sind. Wir spielten das Eingangsszenario und mussten, um zu bestehen, pro Mitspieler 2 Medizin sammeln. Zu dem gemeinsamen Ziel hat jeder Spieler auch noch ein eigenes, geheimes Ziel, welches dem gemeinsamen Ziel zuwider laufen kann, aber nicht muss.

Hier kann also bereits Spannung rein kommen, wenn man ebenfalls Medizin für sein geheimes Ziel sammeln muss. Man gewinnt aber nur, wenn das gemeinsame und das geheime Ziel erfüllt sind, somit bringt es nichts, komplett dagegen zu arbeiten – sofern man nicht der Verräter ist.

Unter den geheimen Zielen, gibt es die Chance von ca. 50% das ein Verräter im Spiel dabei ist – einer und nicht mehr – dieser hat ein ganz eigenes Ziel, welches die Gruppe sabotieren soll, es herrscht also mindestens die ersten Runden misstrauen. Bei uns war relativ schnell klar, dass kein Verräter dabei ist. Diese misstrauische Grundstimmung macht Winter der Toten aber äußerst interessant, denn zu den Zielen kommen noch Krisen – ich musste sofort an Archipelago denken – und tatsächlich, jede Runde wird eine neue Krise aufgedeckt, welche mit Karten befriedigt werden muss, ansonsten hat es negative Konsequenzen für die gesamte Kolonie. Die Karten zur Lösung der Krise werden aber von jedem Spieler verdeckt dazu gelegt – sofern er welche beisteuert und hier kann der Verräter zuschlagen. Ob die Krise gelöst wurde oder nicht, wird erst am Ende der Runde überprüft, alle Karten werden verdeckt gemischt und dann geschaut ob z.B. die nötigen 5 Medizin dabei sind. Nehmen wir jetzt mal an, es liegen 7 Karten unter der Krise (bei 7 gilt die Krise als gut gelöst und die Kolonie erhält einen Vorteil), dann geht die Kolonie erst einmal davon aus, dass die Krise gut gelöst wurde. Kam aber nun eine Karte vom Verräter – es ist also eine falsche nicht geforderte Karte (z.B. Krams statt Medizin), dann werden 6 richtige Karten zur Lösung und 8 Karten zur guten Lösung benötigt. Eine falsche Karte zählt also nicht als 0, sondern als -1 für das Endergebnis – und wer hat nun die falsche Karte beigesteuert? Wer ist der Verräter?

Der Spielablauf

Eine Runde beginnt damit, das alle Würfeln und zwar „Anzahl der eigenen Überlebenden +1-Würfel“ geworfen werden. Zu Beginn sind das also 3 Würfel. Diese Würfel stellen unsere möglichen Aktionen dar, aber nicht alle, denn es gibt Aktionen die benötigen Würfel – wie durchsuchen, angreifen, Zombies anlocken, Barrikaden bauen – davon auch welche die eine bestimmte Augenzahl erfordern – durchsuchen und angreifen – sowie Aktionen die keine Würfel benötigen wie z.B. Bewegen, Karten ablegen bzw. Ausspielen, Ausrüsten und mehr. Jede Aktion werde ich hier jetzt nicht erläutern.

Man muss also seine Aktionen planen und auf die Überlebenden verteilen, dabei gibt es keinen Zwang bestimmte Überlebende zu bewegen, frei nach dem Gusto bzw. was gerade Sinn ergibt. Man bewegt also seine Überlebenden, führt Aktionen aus – meist durchsuchen um Gegenstände zu finden und spielt vor sich hin. Wären da nicht bestimmte Gefahren – ein Ort wird überrannt wenn zu viele Zombies da sind, beim Bewegen kann man gebissen werden oder Erfrierungen erleiden und wenn man richtig viel durchsuchen will muss man Lärm machen – was Zombies anlockt. Ihr seht, alles kann Konsequenzen haben, teils sogar sehr schmerzliche. Was dem Spiel aber wirklich den Kick verleiht, sind die Crossroads- bzw. Schicksals-Karten. Diese werden vom Spieler rechts von einem gezogen und haben eine Bedingung wann sie eintreten. Diese Bedingungen sind so formuliert, dass sie zum aktuellen Spielgeschehen passen und eintreten können. Das sind dann Dinge wie: „Wenn der aktive Spieler einen nicht verbannten Überlebenden in der Kolonie hat…“. Das muss ja zu Beginn meines Zuges nicht der Fall sein, kann aber eintreten sobald ich einen meiner Überlebenden in die Kolonie bewege. Die Crossroads-Karten bringen Flair in das Spiel, sie erzeugen die post-apokalyptische Welt in der wir spielen. So hatten wir die Wahl ein Pferd mitzunehmen und sicherer zu reisen, es aber ernähren zu müssen, oder wir schlachten es und bekommen Nahrung. Hier geht es um ein Pferd, also vergleichsweise harmlos. Oft geht es auch um Menschen oder Kinder, welche man töten oder zurücklassen muss – das Spiel ist eindeutig nichts für Kinder und nichts für schwache Nerven. Natürlich hängt es mit an der Gruppe, ob bei solchen Entscheidungen die Atmosphäre mit rüber kommt – bei uns mangelte es da ein bisschen, wir waren alle viel zu sehr zum quatschen und Quatsch machen aufgelegt.

Hat jeder seinen Zug gemacht, wird die Krise überprüft, die Anzahl der Zombies bestimmt und neue Zombies hinzugestellt – nach Anzahl der Überlebenden an einem Ort. Sind nun mehr Zombies als Platz an einem Ort ist, wird dieser überrannt und der Überlebende mit dem niedrigsten Einflusswert an diesem Ort stirbt. Dies passierte uns 1 Mal. Am Ende müssen noch alle Überlebenden in der Kolonie ernährt werden. Pro 2 Überlebenden eine Nahrung muss im Vorrat sein – war bei uns auch absolut kein Problem.

Der Spielplan am Ende
Der Spielplan am Ende

Wie war es denn nun?

Meiner Meinung nach war es gut. Es hätte vielleicht sogar sehr gut sein können, wäre es nicht das Einstiegsszenario gewesen, was ich als sehr leicht empfand, obwohl es am Ende knapp war und wenn sich unsere Spielrunde mehr auf die Stimmung des Spiels eingelassen. Die Mechanismen greifen gut ineinander, sind aber recht simpel. Beim durchsuchen eines Standorts nach Gegenständen kommt keine wirkliche Spannung auf. Es geht nur darum, ob man die Kartenart findet die man braucht – es gibt aber nichts negatives zu entdecken. Das finde ich persönlich ein bisschen doof, ein Zombie hinter dem Regal hätte dem Spiel gut getan.

Apropos Zombies: In guter „The Walking Dead“-Manier sind diese keine wirkliche Bedrohung, außer sie tauchen in großer Zahl auf. Man kann die Zombies sehr gut berechnen und damit kalkulieren ob man auf Nummer Sicher geht, oder ob man Risiko bereit ist. Der Tod eines Überlebenden hat nämlich nur sehr begrenzte Konsequenzen. Man verliert einen Würfel, also eine Aktion und die Moral der Kolonie sinkt um 1 – dies kann tatsächlich zum Problem werden, denn ist diese auf 0 hat die Kolonie verloren. Trotz dessen wollte bei den Zombies nicht wirklich Spannung aufkommen. Auch den Kampf gegen die Zombies fand ich recht ernüchternd. Man haut sie einfach um und würfelt dann mit einem speziellen W12 was passiert – Nichts, Erfrierung, Wunde oder Zombie-Biss (gleich tot). Ja ok, man kann sterben, aber bei einer 1/12 Wahrscheinlichkeit kickt das nicht so richtig. Hat man eine Waffe erledigt man einen Zombie pro Waffe und Runde sogar einfach so – sorry, aber das ist öde und an dieser Stelle wünschte ich mir mein Bangen wie von Arkham Horror.

Ich werde Winter der Toten sicherlich noch mindestens eine Chance geben, zu einem „Ich will es sofort haben“ hat es leider nicht gereicht, meine Erwartungen waren aber auch verdammt hoch. Im Moment würde ich sagen: Ich spiele lieber Arkham Horror (und ein Battlestar Galactica wartet auch noch aufs kennenlernen!).

Rezension zu Winter der Toten

Kurzbeschreibung:

Winter der Toten ist das erste Spiel der neuen Crossroadsgame-Reihe aus dem Hause Plaid Hat Games. Diese Serie soll Spiele rausbringen, die das Erzählerische aus thematischen Spielen mit dem Spielerischen aus Eurogame/Ameritrash vereint.

Und genau das macht Winter der Toten: es ist die perfekte Symbiose aus Spiel und Geschichte. Nicht einfach wahllos Zombies plätten, wie seinerzeit noch in Zombicide, sondern gegen Hunger, Schiksalsschläge UND Zombies bestehen. Das wurde in diesem Spiel bestens umgesetzt, ist dabei aber regeltechnisch nicht ganz so komplex, wie noch Robinson Crusoe, welches als Vorreiter dieser Art Spiele gilt.

Desweiteren wurde in der Standard-Variante der nette Verräter-Mechanismus aus Battlestar-Galactika übernommen. Mehr Cross-Roads geht nun wirklich nicht! Zusätzliche Pluspunkte sammelt das Spiel, weil es gleich mit mehreren Spielvarianten daherkommt: Standard Multiplayer mit Verrätern und geheimen Zielkarten, kooperative Variante, Zweispieler-Variante, Hardcore-Variante …

Winter der Toten Spielfeld
Winter der Toten Spielfeld

Eckdaten zu Winter der Toten

Titel: Winter der Toten
Spielerzahl: 2 – 5 (solo eingeschränkt)
Alter: 13+
Dauer: ca. 100 Minuten
Autor: Jonathan Gilmour; Isaac Vega
Genre: Workerplacement
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Preis: ca. 45€
Erscheinungsjahr: 2015
Komplexität: hoch
Glücksfaktor: gering – mittel

Spielmaterial von Winter der Toten

Ich war zunächst etwas skeptisch wegen der Pappfiguren, was sich allerdings als völlig unbegründet  erwies. Das Material ist wirklich absolut hervorragend und die Figuren/Marker ausreichend dick.

Winter der Toten Zombies
Winter der Toten Zombies

Die Karten, der Spielplan und die Figuren fühlen sich richtiggehend weich an und die Karten lassen sich sehr gut mischen. Ich habe sie trotzdem gesleeved (Standard-Size), um ein Abstoßen der dunklen Kanten zu verhindern, denn dieses Spiel wird definitiv öfter auf dem Tisch landen. Auch gutes Material will eben geschont werden. Die Ikonografie ist sensationell einleuchtend (*böse Blicke Richtung Dark Darker Darkest werf), das relativ kurze Regelwerk gut strukturiert und klar verständlich aufgebaut. Es sei allerdings ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich dieses Spiel eher an Vielspieler richtet, denn es wurden schon die ersten Kritiken von Wenigspielern laut, die mit diesem Regelwerk überfordert sind.

Zurück zum Material: schon der Karton ist anders, als der übliche Einheitsbrei: leichte Prägungen und Hochglanz-Beschichtung. Grafisch braucht man nicht viel sagen: ganz großes Kino. Die düstere Atmosphäre des Spiels wird perfekt rübergebracht. Dem Spiel liegen außerdem zahllose Würfel bei, so dass es nicht zu Engpässen kommt. Lediglich die Spielertableaus und Standorte sind aus dünnerer Pappe und könnten evtl. leicht verknicken. Die Spielertableaus machen übrigens durchaus Sinn, denn die einzelnen Spielphasen bergen schon einiges an Optionen. Da könnte man ansonsten leicht den Überblick verlieren.

Spielablauf von Winter der Toten

Winter der Toten Spielerbereich
Winter der Toten Spielerbereich

Das Spielfeld zeigt unsere Kolonie, in die wir uns zurückgezogen haben. Von hier aus können wir an verschiedene Standorte in der Stadt wechseln, um nach Nahrung und anderen wertvollen Gegenständen zu suchen.

Eine Runde besteht aus 2 Phasen: Spielerphase und Koloniephase.

Die Spieler haben zunächst einmal ein gemeinsames Ziel (beispielsweise 8 Runden zu überleben). Im Multiplayer gibt es dann noch geheime Ziele und evtl. Verräter, die die Pläne der anderen Spieler durchkreuzen. Nun wird am Anfang der Spielerphase eine Krisenkarte aufgedeckt, die bis zum Rundenende abgehandelt werden muss, weil ansonsten negative Ereignisse eintreten. So könnte z.B. das Benzin knapp werden und die gesamte Spielerrunde muss nun x Karten Benzin beisteuern, um die Krise abzuwenden.

Bevor dann der aktive Spieler seine Aktionswürfel wirft, zieht sein Nachbar eine Schicksalskarte. Darauf stehen -neben atmosphärischem Text- immer mehrere Ereignisse und Auswahlmöglichkeiten, die das weitere Geschehen beeinflussen. Trifft eine bestimmte Situation zu, bzw. tätigt der aktive Spieler im Verlauf eine vordefinierte Aktion, wird die Karte vorgelesen und man kann entscheiden, was dann geschehen soll. Dies kann Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringen.

Danach wirft der aktive Spieler 3 Aktionswürfel, mit denen er Bezahl-Aktionen durchführen kann. Jeder Überlebende hat einen Angriffs- und Durchsuchenwert, sowie eine Spezialfähigkeit. Möchte man einen Zombie angreifen oder die Tankstelle nach Nahrung durchsuchen, muss man einen Würfel gleich oder höher dem aufgedrucktem Wert des Charakters benutzen. Einige andere Aktionen brauchen keinen bestimmten Wert, müssen aber ebenfalls mit Würfeln bezahlt werden.

Doch Zombies anzugreifen ist nicht ganz ungefährlich, denn man läuft dabei Gefahr, ebenfalls infiziert zu werden. Und auch die Stadt ist nicht gerade die Ponderosa-Ranch. Überall laufen zerflederte Gestalten, die uns die Türen einrennen und dann Überlebende fressen. Die gefundenen Gegenstände helfen uns zwar, doch es herrscht generell Knappheit. Die Karten sind begrenzt und einige müssen zudem nach Gebrauch auf einen Abfallstapel gelegt werden. Selbst das wird dann schlussendlich noch ungemütlich, weil hohe Müllberge die Moral (Bedingung zum Verlieren des Spiels) senken, ebenso wie tote Überlebende (Achtung Kalauer).

Winter der Toten Charaktere
Winter der Toten Charaktere

Zum Glück kann man miese Würfelergebnisse noch verwenden, um den ganzen Müll wieder loszuwerden.

Tja, und dann geht’s erst richtig rund: Überlebende in der Kolonie wollen nahrungstechnisch versorgt werden, weil sonst wieder die Moral sinkt. Achja, und Zombies erscheinen ja auch noch. Haben die erstmal jemanden am Bein zupacken, war’s das. Jawohl, richtig gehört: ein klitzekleiner Biss und du bist mausetot. Und weil’s so schön ist, schwappt die Epidemie gleich auf deine Kollegen über. Wohl dem, der die blauen Pillen dabei hat!

In der Mehrspielervariante könnte man jetzt noch über die Verbannung von verdächtigen Mitspielern abstimmen und diese in die Verdamm.. äh Verbannung schicken. Verbannte bekommen dann eigene Zielkarten mit eigenen Siegbedingungen und dürfen die Kolonie fortan nicht mehr betreten.

Auf den ersten Blick ziemlich viel, was es da so alles zu beachten gibt. Aber das Ganze ist recht intuitiv aufgebaut und im Prinzip blättert man in der ersten Partie nur nochmal in der Spielanleitung, um zu schauen, wann genau auf- und abgerundet wird, wenn man Nahrung, Karten und Zombies verteilt. Der Rest steht auf den Spielertableaus. Und die sind so ziemlich die sinnvollste Erfindung in diesem Spiel (*nochmal böse auf Dark Darker Darkest schiel).

Fazit zu Winter der Toten

Winter der Toten ist großartig. Man ist nicht allzu abhängig von den Würfeln, weil man auch mit ungünstigen Würfen immer noch gute Möglichkeiten hat, irgendetwas Sinnvolles anzustellen. Viel wichtiger in dieser Hinsicht sind sowieso die Spezialfähgkeiten der Charaktere, von denen schon einige sehr starke Persönlichkeiten dabei sind. Man kann sich die Charaktere zwar im Prinzip beim Spielaufbau auch selbst zusammenstellen, doch macht es durchaus Spaß, sich diesbezüglich an das Regelwerk zu halten und mehr oder weniger zufällig die Überlebenden zuzuteilen. Auswahl gibt es mehr als genug. Für die ersten 2-3 Partien sollte man sich übrigens einfachere Zielkarten aussuchen, evtl. auch ohne gleich die Hardcorevariante zu wählen. Nicht jede Partie verläuft gleich und mal läuft es etwas besser, mal eben etwas schlechter. Solospieler dürften mit diesem Aspekt etwas besser zurechtkommen, als Mehrspieler an einem Spieleabend. Doch man kennt diese nicht-linearen Spielverläufe auch von anderen story-basierten Spielen.

Eigentlich ist Winter der Toten auch gar nicht als Solospiel ausgelegt, da es semi-kooperativ ist. Uneigentlich bietet es dank der kooperativen Variante (ohne Verräter) die Möglichkeit, dieses Spiel mit minimalen Einschränkungen solo zu spielen. Abgesehen davon, dass man natürlich einfach zwei oder mehr Spieler mit jeweils mehreren Charakteren spielt (z.B. Zweispielervariante, kooperativ), geht es nur noch um die Schicksalskarten, die zu Beginn jedes Spielerzuges gezogen werden müssen und normalerweise ja erst vorgelesen werden, wenn der aktive Spieler eine bestimmte Aktion ausführt. Ich habe mich in diesem Fall einfach erst für meine Spieleraktionen entschieden und dann eine Schicksalskarte gezogen. Nicht ganz dasselbe, aber wirklich nur ein klitzekleines Manko. Ansonsten gibt es keine Probleme.

Winter der Toten Spielertableau
Winter der Toten Spielertableau

Natürlich spielt sich das kooperative Spiel -ohne Verräter und geheime Zielkarten- generell ein wenig anders, als das Standardspiel.  Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass das Standarspiel, bedingt durch den Verräter, noch ’ne Spur interessanter wird. Selbiges muss von mir allerdings erst noch getestet werden. Einige Spieler berichten im Mehrspielerspiel von Unausgewogenheiten, was wohl auch speziell das Ausspielen der Handkarten zum Abhandeln der Krise betrifft. Solospieler haben solche Probleme Gott sei Dank nicht.

Es passt einfach alles zusammen: die düstere Thematik, der Hunger, die Zeit rennt einem ständig davon, die Objekt-Karten gehen dem Ende zu, die Moral sinkt… ein Teufelskreis! Damit es nicht langweilig wird, gibt es genügend verschiedene Spielziele: mal muss man Vorräte bunkern, dann wieder Barrikaden errichten, oder einfach nur 8 Wochen überleben.; alles dann nochmal mit unterschiedlicher Spieldauer und von einfach bis schwer. Super finde ich, dass die Spielschwierigkeit bereits auf den Zielkarten vermerkt sind. So kann man sich gleich zu Beginn einer Partie aussuchen, wie man es denn heute gerne hätte. Bravourös!

Ich freue mich jedenfalls dringend auf die in der Regel bereits angekündigten Erweiterungen und werde definitiv als Erster an der Ladentheke stehen, wenn das Zeug rauskommt. Bitte mehr davon! Gepannt darf man natürlich auch auf die anderen, ebenfalls bereits angekündigten Crossroads-Games sein.

Winter der Toten steht damit übrigens aktuell auf Platz 1 meiner Zombiespiel-Liste

Pro & Contra:

+ Gut ausgebaute Hintergrundstory
Schicksalskarten oft nicht nutzbar
+ Hochwertige Grafiken
+ Verbindet Eurogame mit Ameritrash

Bewertung von Winter der Toten

Sehr gutes Spiel

Videos zu Winter der Toten

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About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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11 Comments

  1. Christopher Pütz

    Danke für den Eindruck. Bei uns lief das Spiel aufgrund von anderem Szenario und vorhandenem Verräter in eine andere Richtung. Aber mMn ein sehr gutes Spiel, welches den Hype (hoffentlich) rechtfertigt.

    Eine kleine Anmerkung meinerseits: Die Chance, dass ein Verräter dabei ist, ist etwas geringer als 50%, angefangen bei ca 42,9% für 3 Personen, 44,4% für 4 Personen und 45,4% für 5 Personen.

    Reply
    1. Sebastian

      Das kommt drauf an wie du das Geheime-Ziel-Deck zusammenstellst. Du hast recht, laut Regel werden pro Spieler zwei normale geheime Ziele mit einer einzelnen Verräterkarte gemischt. Statt 10+1 hatte ich für diese Partie allerdings 9+1 vorbereitet, insofern stimmt es, dass die Wahrscheinlichkeit bei uns bei 50% lag. Für das nächste Spiel würde ich sie sogar noch ein bisschen erhöhen, wobei ich die 5+1 Option, die in den Regeln vorgeschlagen wird, wiederum zu viel finde 🙂

      Mal sehen…

      Reply
  2. Sebastian

    Dass die Partie als sehr leicht empfunden wurde lag meiner Meinung nach an zwei Faktoren:

    Erstens hatten wir Würfelglück, denn es wurde nur ein Überlebender durch Infektion getötet. Bei fast 20 Würfen können anstatt einer (wie in unserem Fall) auch mal fünf oder mehr Infektionen fallen, und da empfinde ich die 1/10 Wahrscheinlichkeit durchaus als spannend und vor allem unkalkulierbar. Wenn man bedenkt, dass wir das Spiel mit 1 Moral denkbar knapp beendet haben kann man uns daher schon als lucky bezeichnen 😉
    Zudem war kein Verräter im Spiel. Eine einzige „Verräterentscheidung“ hätte gereicht, und eine einzige falsche zur letzten Krise beigesteuerte Karte hätte das ganze Spiel gedreht.
    Es haben auch „nur“ drei von fünf Spielern ihre geheimen Ziele erfüllt. In meinem letzten Zug habe ich gemerkt, dass ich zum Erfüllen meiner individuellen Siegbedingung einen Überlebenden sterben lassen müsste. Das hätte aber dazu geführt, dass niemand gewonnen hätte. Selbst als nicht-Verräter stand ich also vor der Wahl, euch ohne mich gewinnen oder uns alle verlieren zu lassen. Ich habe ernsthaft einen Moment darüber nachgedacht, wofür ich mich entscheide… doch doch, es war wesentlich knapper als es sich anfühlte… ^^

    Und dass es sich so anfühlte lag zweitens auch an der Stimmung unter den Spielern, die sehr ausgelassen und locker war – da war es schwer, beklemmende Zombieatmosphäre und Spannung aufkommen zu lassen. Spaß hat es aber trotzdem gemacht, OBWOHL die Atmosphäre in dieser Partie nicht so rüberkam wie ich es erwartet hatte 🙂

    So oder so finde ich Winter der Toten großartig, weil es ein Spiel ist, das durch die unterschiedlichen Szenarien, Ziele, Charaktere und vor allem die Schicksalskarten tatsächlich eine Geschichte erzählt, die mich bewegt. Zumindest dann, wenn ich mich bei den durch die Schicksalskarten zu treffenden Entscheidungen in die Situation hineinversetze. Als alter Rollenspieler und Fan von „richtigen“ Zombiegeschichten ist es genau das, was ich von so einem Spiel erwarte!

    Beide Daumen hoch für Winter der Toten! ^^

    Reply
  3. slowmeyer

    Wir haben das Spiel am Freitag Abend in einer 4er-Runde angespielt und waren allesamt total begeistert. Einhelliges erstes Fazit bei uns: Mindestens so gut wie Battlestar Galactica. Ob es besser ist, wird die Zeit zeigen … 😉

    In unserer Partie haben übrigens alle verloren. Wir haben die Verräterin zwar verbannt, aber es hat für die Kolonie nicht mehr gereicht. Die Verräterin konnte allerdings auch nicht mehr gewinnen, was erstmal schräg, aber irgendwie auch ganz cool war.

    Reply
  4. Pingback: Infos zur Winter der Toten Erweiterung - Boardgamejunkies

  5. Noah

    Meine Familie sitzt mittlerweile seid drei Abenden daran das Spiel Winter der Toten zu Spielen, wir scheitern aber einfach an der absolut schlechten Anleitung….können also nicht spielen da wir einfach den Ablauf nicht verstehen.

    Kommt jemand der das Spiel kennt zufällig aus der Nähe von Karlsruhe und wäre bereit das Spiel einmal mit uns durchzuspielen? Wir sehen keine andere Möglichkeit sonst landet das Spiel auf dem Stapel der ungespielten Spiele.

    Wir hoffen auf einen Retter 😉

    Reply
    1. Alexander

      Hallo Noah,

      es ist wirklich Schade, dass ihr Winter der Toten nicht versteht. Ich habe Mal nach Videos oder Spielhilfen gesucht, aber leider nichts gefunden. Eventuell meldet sich ja hier jemand. Alternativ kann ich dir noch unser Forum (forum.boardgamejunkies.de) oder das Forum von spielen.de (forum.spielama.de) empfehlen.

      Reply
  6. Fabian

    Das erste Spiel liegt hinter uns…
    Macht wirklich Spaß. Ich kann nur bestätigen, dass das Spielprinzip spannend ist und man Lust auf mehr bekommt.

    Wir haben das empfohlene Einstiegsszenario gespielt und es kam uns auch sehr leicht vor.
    Mit Ausnahme der Verräterin konnten alle ihre Geheimen Ziele erfüllen, was vielleicht auch daran lag, dass wir alle (zumindest gefühlt) starke Anfangscharaktere hatten.

    Feuerwehrmann, Köchin, Fernfahrer, Mutter und Sparky haben die Grundaufgaben recht souverän erfüllen können. Als dann noch die Polizeisekretärin dazu kam und die Waffenversorgung gewährleisten konnte waren auch die 6 Orte schnell unter Kontrolle.
    Die Kolonie war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, die Mutter hat den Laden sauber gehalten.

    Wir sind sehr gespannt aufs nächste Mal.

    Reply
  7. Pingback: Winter der Toten - Rezension - Boardgamejunkies

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