19 Oktober, 2017

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Der Club der Verschwender – News, Rezension, Angespielt, Video (Regelerklärung)
Photo Credit To Heidelberger Spieleverlag

Der Club der Verschwender – News, Rezension, Angespielt, Video (Regelerklärung)

Story Highlights

Alle Infos zur 2016 Neuheit Club der Verschwender vom Heidelberger Spieleverlag findest du in diesem Beitrag.

Beschreibung des Verlags zu Der Club der Verschwender

Die Spieler wetteifern auf drei verschiedenen Gebieten miteinander: Sie versuchen, eine Wahl zu verlieren, alle ihre Besitztümer loszuwerden oder die einflussreichsten Leute der höchsten Gesellschaftsschichten zu brüskieren. Für jeden Wettbewerb gibt es ein eigenes Modul; man kann zwei davon beliebig kombinieren oder sogar gleichzeitig mit allen drei Modulen spielen. Jedes Modul beeinflusst die beiden anderen. Mit ausgewogener Strategie und gutem Abschneiden auf allen Gebieten ist der Sieg so gut wie sicher.

Der Club der Verschwender orientiert sich thematisch an Vladimír Suchýs Der Letzte Wille. Der Club der Verschwender ist ein eigenständiges Spiel; es ist nicht erforderlich, Der Letzte Wille zu besitzen. Allerdings können beide Spiele zusammen gespielt und so die Herausforderungen beider Spiele kombiniert werden.

Titel:Club der Verschwender
Verlag:Heidelberger Spieleverlag /Czech Games Edition
Spielerzahl:2-5
Spieldauer:40-90 Minuten
Alter:14+
Autor:Wladimir Suchy
Genre:Eurogame, Workerplacement
Preis (UVP):34,95 €
Erscheinungsjahr:2016
Komplexität:mittel
Glücksfaktor:gering

News zu Der Club der Verschwender

24.04.2016: Der Club der Verschwender ist lieferbar + Angespielt auf BGJ

15.01.2016: Club der Verschwender angekündigt

Angespielt zu Der Club der Verschwender

Als Sohn einer reichen englischen Familie kann das Leben schon ganz schön langweilig sein. Zum Glück gibt es da den Club der Verschwender. Einen Club voll reicher Söhne und Töchter die nichts als Flausen im Kopf haben. Was macht man um als Adliger Mal so richtig auf den Putz zu hauen? Ganz nach dem Soziologen Niklas Luhmann: Das was sozial nicht erwartet wird! Wir versuchen also Wahlstimmen zu verlieren, unser Vermögen zu verzocken und die Gesellschaft zu verärgern.

Im Club der Verschwender versuchen wir dies in mindestens 2 aus den 3 genannten Disziplinen. Wir können uns natürlich auch in allen drei Disziplinen messen.

Im diesjährigen Wettbewerb des Clubs der Verschwender geht es nur um 2 Disziplinen: Die Gesellschaft verärgern und Wahlstimmen verlieren. Unser Vermögen könnten wir wohl noch für weitere Jahre im Club der Verschwender gebrauchen. Zu meinem Glück ist nur noch ein Konkurrent um den Titel: Größter Verschwender übrig.

Da man sich als junger Adliger ungern die Hände schmutzig macht, selbst beim Verschwenden, schicken wir Botenjungen aus, welche uns über kommende Veranstaltungen, auf denen wir uns so richtig daneben benehmen können informieren. Politische Demonstrationen, Reden halten, ein Dinner, alles wunderbare Gelegenheiten um die Etikette mal Etikette sein zu lassen.

Allerdings gibt es ein paar Probleme: Im Hayde Park, wo man Reden halten kann, ist es ziemlich laut und nur der lauteste wird gehört. Mein Plan: Laut und besoffen sein, dann kommt der größte Schwachsinn bei raus. Allerdings gibt es ja zwei politische Lager. Die Konservativen und die Liberalen. Verärgert man die einen, wählen einen meist die anderen. Ein wahrer Meister hat Kontakte zu Verlegern und verärgert beide Parteien.

Doch auch in der Gesellschaft gibt es ein Hindernis: Die liebe Granny. Sie hat uns so lieb, dass sie fast nur positiv von uns redet. So schaff ich es nie bei den 4 wichtigen Personen an Beliebtheit einzubüßen. Irgendwie muss ich also Granny umgehen, entweder in dem ich sie verärgere oder indem die betreffenden Personen Granny nicht mehr sehen. Die alte Schachtel ist aber ständig bei irgend jemanden zum Tee trinken.

Klartext

Boten ausschicken in Workerplacement-Manier. Aktionen durchführen oder Karten einsammeln mit denen später Aktionen ausgeführt werden. Symbole sammeln um Aktionen stärker zu machen. Planen und taktieren auf einem angenehmen Niveau mit lustigem Thema. Allerdings bleibt von dem Thema während des Spiels nicht viel hängen. Der Club der Verschwender präsentierte sich in seiner ersten Partie recht unaufregend. Schade, denn gerade von  dem Thema versprachen wir uns einige Lacher! Mal sehen, wie der Besitztum-Wettbewerb so ist. Ein Urteil möchte ich mir noch nicht erlauben, denn wenn die schriftliche Regel auch etwas vertrackt ist, die Mechaniken funktionieren und laufen wie geölt. Das merkt man auch an der kurzen Spielzeit (bis 90 Minuten) trotz komplexen Möglichkeiten.

Bilder

Rezension zu Der Club der Verschwender

Der Club der Verschwender verschwendetes Potenzial?

Wir sind Adlige im viktorianischen England. Weil es uns im Leben an nichts fehlt und wir mächtig verzogen wurden, ist uns stinklangweilig und wir kommen auf sau dämliche Ideen. Wobei, in unseren Augen ist es eine gute Idee! Als Mittel gegen die Langweile gehen wir Mal kräftig gegen das Establishment. Verärgern Bekannte und einflussreiche Personen, hauen das Geld unseres Vaters auf den Kopf und verprellen die Wählerstimmen die unser Vater so teuer für uns erkauft hat. Warum das alles? Hab ich doch gesagt! Weil uns langweilig ist.

Was wie die Hommage an das Revolutionspotenzial der heutigen Jugend daherkommt ist ein Workerplacement/Aktionskartenspiel von Czech Games Edition. Der Club der Verschwender schließt dabei an „Der letzte Wille“ vom selben Autor und Verlag an und lässt sich mit diesem kombinieren. In bis zu 3 Wettbewerben – Wahlstimmen, Geld und gesellschaftliche Anerkennung – wollen wir möglichst schlecht abschneiden. Wer am Ende insgesamt am schlechtesten (oder besten? Immer diese Verwirrung!) abgeschnitten hat, gewinnt das Spiel. Der Kniff hierbei ist, dass der Wettbewerb, wo man am Ende die meisten Punkte hat, der Wettbewerb ist, der für einen selbst als Endpunktstand zählt. Man will natürlichz möglichst wenig Punkte. Dabei müssen mindestens 2 von 3 Wettbewerben gespielt werden. Welche? Das Entscheiden die reichen Schnösel – also ihr!

In den Wettbewerben benutzen wir unsere Arbeiter (Botenjungen) um Aktionskarten einzusammeln. Diese werden wiederum für Effekte und Symbole ausgespielt. Meistens beziehen sich die Effekte auf Symbole, so dass man versucht dies geschickt zu kombinieren um damit den größt möglichen Effekt für den jeweiligen Wettbewerb rauszuholen. Über Karten in der Mitte sind die Wettbewerbe miteinander verbunden – gaukelt das Spiel zumindest vor. Faktisch ist es eine mächtigere Karte und das wars. Man spielt also 3 voneinander getrennte Mini-Strategie-Taktik-Spiele und versucht der Beste äh Schlechteste, ach irgendwas halt, zu sein.

Die Ideen dahinter sind toll. Wahlstimmen verlieren, Bekannte verärgern und sogar Old Granny dazu bringen schlecht von einem zu reden und natürlich Geld verprassen. Das Spielmaterial ist Czech Games Edition üblich ansprechend gestaltet und untersützt den Witz und das Thema. Die Anleitung ebenso, wäre sie doch nicht so verschachtelt geschrieben. Mehr Beispiele, klarer erläutert, hätten dem Einstieg gut getan!

Das wirklich Schade am Spiel ist: Die Wettbewerbe ähneln sich in der Tiefe zu sehr! Schlussendlich geht es um das sammeln und richtige Einsetzen von Symbolen. Das ist schade, denn besonders die Idee des Gesellschaftswettbewerbs gefällt mir sehr gut. Der Wahlstimmen-Wettbewerb hingegen ist fast schon plump und der Vermögens-Wettbewerb reiht sich dazwischen ein.

Mechanisch funktioniert Club der Verschwender wie ein geöltes Getriebe in allen Spielerzahlen. Keinerlei Macken, keinerlei Fehler und trotzdem gibt das Spiel einem das Gefühl, es bleibe hinter seinen Möglichkeiten zurück. Was könnte man schönes aus dem Thema rausholen, was hätte man die Wettbewerbe ausbauen können, aber nein, es bleibt leider bei den Symbolen.

Die Idee sich mit den Arbeitern die Karten zu kaufen und dabei zu planen, welche Karten und Symbole man braucht ist toll. Mehr Pepp hätte es meiner Meinung nach gegeben, wenn die Phasen der Arbeiter und der Karten nicht getrennt, sondern zusammen gewesen wäre. Sicherlich, das hätte das Spiel anspruchsvoller, schwerer zu planen gemacht, aber es hätte das Ganze auch eher verzahnt.

So werde ich das Gefühl nicht los, dass hier Potenzial verschwendet wurde und das muss sich leider auch in meiner Wertung niederschlagen.

Fazit

Der Club der Verschwender hat ein frisches Thema mit bekannten Mechanismen. Workerplacement, Aktionskarten und Symbole sammeln ist alles schon Mal dagewesen. Hier gekleidet in ein humorvolles, aber zu abstrakt umgesetztes Thema. Die Wettbewerbe sind nicht gut genug miteinander verwoben und unterschiedlich interessant zu spielen. Alles in allem bekommt man hier ein durchschnittliches Spiel mit tollem Spielmaterial und tollem Thema. Wer Mal etwas anderes, abseits des gewohnten probieren möchte, sollte einen Blick auf den Club der Verschwender werfen. Der versierte Eurogamer wird hier aber nichts neues oder beeindruckendes entdecken. Positiv hervorzuheben ist, dass die Spielzeit angenehm kurz ist und somit eine Partie sicher nicht als verschwendete Zeit angesehen werden kann, wenns nicht gefällt, ist es schnell vorbei.

Der Eindruck aus dem Angespielt, dass es komplexe Mechanismen wären, konnte einem genaueren Blick leider nicht standhalten

Bewertung

Mittelmässiges Spiel

Videos zu Der Club der Verschwender

Regelerklärung

 

About The Author

Hallo, ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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