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Rezension: Quiztopia

Bislang steht der Name Marc-Uwe Kling insbesondere für seine humorvollen Geschichten über sein Känguru. Aber auch kleinere Spiele, wie z. B. „Halt doch mal“, wurden bereits von ihm veröffentlicht. Bislang stand aber eindeutig der Humor im Vordergrund. Mit Quiztopia hat Marc-Uwe Kling nun zusammen mit seiner Frau Maria ein kooperatives Quizspiel abgeliefert, dass ganz ohne Humor auskommt. Aber auch ohne seinen typischen Humor, kann das Spiel überzeugen – allerdings nicht an den Branchenprimus „Das Kneipenquiz“ heranreichen.

In Quiztopia geht es darum, durch das richtige Beantworten von Fragen „Gebäude“ freigespielt werden müssen. Gebäude? Bei Quiztopia geht es um die Stadt Quiztopia, die auf die dunkle Seite gezogen wird und wir darum kämpfen, die Stadt wieder bunt zu machen. Naja, anscheinend wollte man dem Quizspiel irgendein Thema überstülpen. Das Spiel an sich ist allerdings vollkommen unthematisch und das aufgesetzte Thema während des Spiels quasi nicht spürbar. Die „Gebäude“ sind einfach Karten, die die verschiedenen Wissenskategorien widerspiegeln.

Spielaufbau

Die Gebäude werden in der Tischmitte ausgelegt. Je nach Spieleranzahl werden diese auf die bunte oder dunkle Seite gelegt. Zudem erhält man – je nach Schwierigkeitsgrad – noch Tippkarten sowie eine Hilfe-in-der-Not-Karte. Anschließend werden 24 Fragekarten bereitgelegt und schon kann es losgehen.

Eine Box für die 24 Fragekarten

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es – je nach Schwierigkeitsgrad – Gebäude zu gewinnen. Diese erhält man, indem man Fragen richtig beantwortet. Liegt ein Gebäude auf der dunklen Seite, so wird es bei einer richtigen Antwort auf die bunte Seite gedreht. Liegt es bereits auf der bunten Seite, gewinnt man das Gebäude. Bei einer falschen Antwort verhält es sich genau andersherum. D. h., bunte Gebäude werden auf die dunkle Seite gedreht und dunkle Gebäude sind verloren. Im Schwierigkeitsgrad „normal“ muss man sich so beispielsweise 8 Gebäude erspielen. Hierfür hat man 24 Fragen Zeit.

Die Gebäude bzw. Wissenskategorien

Anders als beispielsweise beim Kneipenquiz beantwortet man die Fragen nicht gemeinsam in der Gruppe sondern einzeln. Im Uhrzeigersinn ist so jeder Spieler dran, wählt ein Gebäude – und somit eine Wissenskategorie – und bekommt von einem anderen Spieler die Frage gestellt. Da es sich um ein kooperatives Quiz handelt, können nun – sofern der aktuelle Spieler die Antwort nicht weiß – die Tippkarten eingesetzt werden. Für den Einsatz einer Karte darf man einen „Ein-Wort-Tipp“ oder einen Tipp per Pantomime, Summen oder Geräuschen geben. Hier darf dann das ganze Team helfen. Kommt man so nicht ans Ziel, kann man auch eine zweite Tippkarte ausgeben und offen diskutieren. Außerdem kann man noch über die verschiedenen Hilfe-in-der-Not-Karten Hilfe bekommen.

Hilfe in der Not

Leider ist durch die Regel nicht ganz klar vorgegeben, wie weit man vor dem Einsatz der Tippkarten diskutieren darf. Es ist unklar, ob man zumindest sagen darf, ob man die Antwort weiß oder nicht und sich somit der Einsatz einer Tippkarte lohnt. Verbrauchte Tipp-Karten kann man übrigens wieder reaktivieren, indem ein Spieler eine Frage ohne Tipp richtig beantwortet oder man eine Fragekarte ungenutzt abwirft.

Die Tippkarten

 

Der Schwierigkeitsgrad kann übrigens durch Herausforderungskarten, die die Regeln des Spiels etwas verändern, erhöht werden.

Herausforderungen

Spielgefühl

Quiztopia fühlt sich erst einmal an, wie ein ganz gewöhnliches Quizspiel. Der Anspruch der Fragen variiert von recht einfach bis sehr schwer. Durch die verschiedenen Gebäude bzw. Wissenskategorien können die Spieler zumindest anfangs ihre bevorzugten Kategorien wählen, werden aber im Verlauf des Spiels auch dazu „gezwungen“ andere Kategorien zu wählen, wenn die Gebäuden gewonnen
bzw. verloren und somit die Kategorien aus dem Spiel genommen wurden.

Der kooperative Aspekt kommt eigentlich nur ins Spiel, wenn mal ein Spieler eine Frage nicht weiß und dann über die Tippkarten die Mitspieler gefordert sind. Trotz der Möglichkeiten des Ein-Wort-Tipps, Pantomime oder Geräuschemachens, kommt allerdings nicht wirklich Party-Spiel-Laune auf. Zu selten wird mal Pantomime oder dergleichen zurückgegriffen.

Fazit

Quiztopia gefällt mir eigentlich ganz gut – eigentlich?
Die Fragen von Quiztopia sind tatsächlich ganz gut. Alle Schwierigkeitsgrade werden abgedeckt – was  allerdings auch dazu führt, dass einer eine vermeintlich einfache Frage zu den Schlümpfen bekommt und der nächste zur Quantenmechanik. Aber das ist ja nichts Neues bzw. Ungewöhnliches in Quizspielen. Anders als beim Autor zu erwarten, sind die Fragen nicht lustig, sondern „ganz gewöhnliche“ Quizfragen.

Ein paar Fragen

Es handelt sich zwar um ein kooperatives Quiz, allerdings ist man bei der Beantwortung der Fragen überwiegend auf sich allein gestellt. Es kommt natürlich auf den jeweiligen eigenen Geschmack an, aber für mich persönlich überholt das Kneipenquiz an dieser Stelle Quiztopia. Irgendwie werde ich bei solchen Spielen dann eher zum Diskutieren verleitet und mein innerer Klugscheißer möchte rausgelassen werden. Das gemeinsame Diskutieren kommt bei Quiztopia allerdings nur sehr selten vor.

Das kooperative Element soll durch die Tipp-Karten ins Spiel kommen. Allerdings sind diese in vielen meiner Runden quasi „verpufft“. Oftmals hatte die gesamte Runde keine Ahnung, was die Antwort ist oder der aktive Spieler kannte die Antwort nicht, da half ihm auch der Ein-Wort-Tipp oder Hinweise per Pantomime nicht weiter. Da außerdem unklar ist, wie viel man im Vorfeld verraten darf – kennt man die Antwort oder nicht – und wir dann doch immer ein wenig in eine zumindest kleine Diskussion kamen, wurden die Karten auch nicht so häufig angewendet. Das „Partyspiel“-Element blieb somit oftmals aus. Das ist aber natürlich auch etwas Interpretationssache und hängt von der
jeweiligen Runde ab.

Alles in Allem ist Quiztopia also ein gutes Quizspiel und würde ich das Kneipenquiz nicht kennen, würde es sicherlich noch besser abschneiden. Aber ich kenne und schätze nun mal das Kneipenquiz. Das gemeinsame Diskutieren, Ausschließen von Antworten und „Klugscheißen“ macht einfach zu viel Spaß. Von daher lautet meine Empfehlung: für absolute Quizfans, die nicht genug bekommen können
und auch gerne kooperativ spielen, ist Quiztopia eine Kaufempfehlung. Spielt ihr nur gelegentlich (kooperative) Quizspiele, dann greift lieber beim Kneipenquiz zu.

Geschrieben von
Hallo, ich bin Michi, 1980 geboren und aus der Nähe von Bremen und relativ frisch hier dabei. Egal ob Eurogame oder feinster Ameritrash, ich mag Spiele, die auch eine Geschichte erzählen und ein cooles Thema/Artwork haben. Ich mag die Szene und den Umgang miteinander und hoffe euch hier gute Tipps geben zu können. Möge nicht nur mein Geldbeutel schrumpfen ;) Viel Spaß beim Lesen.

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