Stürmische Zeiten bei Tumult Royal. Der Pöbel begehrt auf. Doch gibt es dazu einen Grund? Ich mach doch alles nur zum Wohle des Volkes. Aber Gut! Dem Pöbel kann man es eh nie Recht machen, da nehm ich mir die Steuern die mir zustehen um Statuen von mir aufzustellen. Ich meine, was gibt es schöneres als überall das Angesicht des Herrschers zu erblicken? Naja, vielleicht sollte ich mich doch ein bisschen mehr zurückhalten, irgendwie rennt mir mein Gefolge schon davon…
Das Spielthema von Tumult Royal
Ist das nicht klar? Du bist ein Adliger! Genau wie ich! Nur werde ich deutlich mehr von den Statuen meiner Person im Reich platzieren als du! Und natürlich bleibe ich König! Mein Gefolge werde ich schon irgendwie halten können!
Wir befinden uns in Tumult Royal in einer nicht näher definierten Epoche der Könige und Fürsten. Als guter Herrscher wollen wir überall von uns Statuen bauen – natürlich zum Wohle des Volkes. Diese Statuen kosten aber Rohstoffe, die wir nicht haben. Also nehmen wir sie uns beim Volk, ist ja schließlich zu deren Besten! Leider wird das Volk immer wieder sauer, weil wir zu viele Steuern eingetrieben haben sollen. Pah! So ein Schwachsinn!
Beschreibung des Verlags
Die Aufregung ist groß im ganzen Land. Der König lässt ein Denkmal nach dem anderen errichten und gleichzeitig hungert das Volk. Doch das machen die Bauern nicht länger mit. „Tumult“ rufen sie und proben den Aufstand. In diesem turbulenten Spiel schlüpfen die Spieler in die Rolle von Adeligen und versuchen möglichst viele Denkmäler zu bauen. Das kostet Brot, Marmor und Werkzeug, das sie dem Volk rauben. Dazu haben die Spieler in jeder Runde nur wenige Sekunden Zeit, um gleichzeitig Plättchen aufzudecken und jeweils zu entscheiden, sie zurückzulegen oder zu behalten. Doch aufgepasst: Bleibt für das Volk zu wenig übrig, führt dies zu einem Tumult und die gierigsten Adeligen werden bestraft!
Inhalt: 100 Statuen, 1 Sanduhr, 1 Tumultscheibe mit Drehpfeil, 10 Landschaftsplatten, 6 Rahmenteile, 4 Schloss-Tafeln, 39 Materialienplättchen, 4 Adelskarten, 4 Gnadenkarten, 37 Gefolgsleute-Plättchen, 1 Spielregel
Die Spielmechanik von Tumult Royal
In TUmult Royal haben wir mehrere Mechaniken verbunden. Zuerst wird ein Rad gedreht, welches entscheidet, wie viele Waren am Ende der Rauben-Phase übrig sein müssen. Wir haben 3 Warenarten – Stein, Brot und Werkzeuge. Diese liegen als Plättchen verdeckt in der Tischmitte. In der Raubphase wird ein Timer gestellt und jeder Spieler nimmt sich beliebig viele dieser Plättchen, man darf sie sich natürlich vorher anschauen. Ist die Zeit um wird geschaut, was die Spieler übrig gelassen haben. Ist eine Warensorte nicht in der vom Volk geforderten Anzahl vorhanden, wird ein Tumult ausgelöst. Der Spieler mit den meisten Waren der fehlenden Art muss alle Waren bis auf das niedrigste Plättchen abgeben und verliert Gefolge. Dies wird für alle 3 Warenarten gemacht.
Danach dürfen die Spieler bauen. Dafür stehen unterschiedliche Landschaften zur Verfügung – Wiese, Wald, Berg, Stadt und Schloss – welche unterschiedliche Materialien benötigen und es erlauben unterschiedlich viele Statuen zu platzieren. Das Schloss ist am lukrativsten und teuersten. Ziel des Spiels ist es so viele Statuen zu verbauen wie möglich, damit sind Städte und Schlösser, in welchen 2 bzw. 3 Statuen gebaut werden dürfen am beliebtesten. Hier kann man auf dem Landschaftsplan taktieren und anderen Spielern den Weg verbauen.
Zum Schluss wird ein neuer König gekrönt. Der Spieler mit dem meisten Gefolge wird König und verliert Gefolge – will ja keiner mit dem König befreundet sein. Hier kommt ein Interessanter Mechanismus zur Verkürzung der Spielzeit hinzu. Der König stellt eine oder zwei Statuen in eine Ahnengalerie. Nach der 5. Runde wird dabei geschaut, wie groß der Unterschied zwischen dem Besten und dem schlechtesten Spieler ist. Ist er zu groß, endet das Spiel. Die erforderliche Differenz wird jede Runde kleiner.
Eine genaue Regelerklärung findest du am Ende des Artikels als Video.
Was mir an Tumult Royal nicht gefällt
An Tumult Royal gefallen mir im großen und ganzen 2 Dinge nicht: 1. Die Startposition auf dem Landschaftsplan kann entscheidend sein. Als 4. Spieler hat man manchmal aber gar keine wirkliche Wahl mehr. Da der Startspieler durch den Zufall bestimmt wird, finde ich das zu beeinflussend. Das zweite ist die Größe der Statuen. Diese sind ziemlich winzig und es liegen genau die 25 benötigten bei. Da geht schneller Mal eines verloren als man gucken kann und ob es dann Ersatz gibt?
Leider geht zu Zweit etwas an Spielspaß verloren, da der Druck in der Raubenphase nicht annährend so stark ist wie bei drei oder vier Spielern.
Was mir an Tumult Royal gefällt
Zuerst das positivste: Es ist kein CATAN! Nein, Spaß beiseite, ich mag Catan auch heute noch. Tumult Royal ist ein Familienspiel, dass durch die Verbindung von Taktik, Geschick und Abwägung unterschiedliche Spielertypen anspricht und allen gleich große Chancen einräumt. Der Taktiker auf dem Landschaftsplan wird nicht gewinnen, wenn er es bei dem Rauben der Steuern ständig vermasselt. Die Tumulte sind super balanciert. Man will sie vermeiden, es frustriert aber nicht, wenn man einen Abbekommt und Schadenfreude ist ein dauerhafter Begleiter bei Tumult Royal.
Des Weiteren hat Tumult Royal eine ordentliche Anpassung an die Spielerzahl. Bei verschiedenen Spielerzahlen kommen verschiedene Warenplättchen ins Spiel.
Fazit zu Tumult Royal
Tumult Royal weiß als Familienspiel zu gefallen. Klaus Teuber hat erneut gezeigt: Er kann mehr als Catan. Nicht vergessen soll dabei sein Sohn Benjamin Teuber sein. Tolles Team, wenn es so weiter geht, können wir auf tolle Spiele hoffen. Es ist Schade das Tumult Royal nicht perfekt skaliert. So müsste bei 2 Spielern die Sanduhr schneller laufen, dem ist natürlich mit einem Smartphone schnell Abhilfe zu schaffen. Ärgerlich sind die kleinen Statuen schon ein bisschen, das trübt aber kein bisschen den Spielspaß. Die Mischung aus der Fähigkeit abschätzen zu können, nicht zu gierig zu sein und/oder schnell zu sein und der taktischen Platzierung der eigenen Statuen funktioniert und bindet viele Arten von Spielern mit ein.
Großes Lob bekommen die Teubers für den Mechanismus der vorzeitigen Beendigung des Spiels. Solch ein Mechanismus macht besonders in einem Familienspiel Sinn und sorgt dafür, dass lieber noch eine Partie gespielt wird, als das ein Spieler sich frustriert dem Ende der Partie entgegensehnt.