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Rezension: Pandemic Untergang Roms

Pandemic Untergang Roms ist der neueste Ableger der Pandemie/Pandemic Reihe und entführt uns ins alte Rom. Was mich hinterm Ofen hervorgelockt hat sind das Thema und die neuen Mechaniken – Bewegung der Barbaren, Ausheben von Legionen und ein Kampf mit Würfeln. Und so viel kann ich verraten: Erwartungen erfüllt!

Ich muss glaub ich niemandem mehr erklären was Pandemie ist. Das Spiel gilt in Spielerkreisen mittlerweile wohl definitiv als Klassiker. Der Kernmechanismus verändert sich dabei über die ganzen Ableger hinweg nicht. Wir entfernen Würfel und beschützen Städte – voll kooperativ auf einer Karte.

Transparenzinfo
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar von asmodee. Siehe hierzu unsere Transparenzinformationen.

Doch Pandemic Untergang Roms macht einiges besonders

Viele der bisherigen Pandemic Ableger langweilten mich eher. Sie waren entweder zu einfach (Pandemic Cthulhu) oder zu nah am Original (Pandemic Iberia) und von Pandemic Legacy hab ich auch erst Mal genug. Wieso also lockte mich ausgerechnet Pandemic: Untergang Roms?

Klar, einerseits finde ich es ein spannendes Thema. Wir bekämpfen keine Krankheiten oder sonstige natürliche Katastrophen. Wir kämpfen gegen Barbaren die ins römische Reich einfallen und wollen Bündnisse mit ihnen schließen. Neben meiner Faszination für das Thema gab aber eine andere Mechanik den Ausschlag: Das Kampfsystem. Ja richtig gehört. Wir kämpfen. Zwar nur sehr rudimentär aber das langweilige „rumlaufen und Würfel wegnehmen“ bekommt einen zusätzlichen Spannungsbogen: Wir würfeln. Und dieses kleine Spannungselement ist grandios, da es immer wieder die Blicke auf sich zieht. Alle fiebern mit, alle interessieren sich für den Ausgang.

Die Legionen können aber noch mehr

Doch die Legionen kämpfen nicht nur aktiv, sie beschützen auch passiv. Werden neue Barbaren platziert, können sie von bereits ausgehobenen Legionen abgewehrt werden. Zusätzlich kommt hinzu, dass jeder Spieler die Legionen mitnehmen und absetzen kann. Man kommuniziert also auch über die Legionen, deren Verwendung und deren strategische Platzierung und Bewegung. Das gibt dem Spiel eine neue Dynamik, die viele Entscheidungen wesentlich interessanter macht als im Standard Pandemie.

Fliegen? Ist nicht!

Auch die Bewegung bekommt eine neue Dynamik oder sagen wir eher: Einschränkung. Denn fliegen war im antiken Rom noch nicht der heiße Scheiß. Stattdessen können wir von Hafen zu Hafen segeln, was natürlich deutlich eingeschränkter ist als das Fliegen im normalen Pandemie. Auch dadurch entstehen neue, ungewohnte Zwänge die uns spannende Entscheidungen abverlangen.

Die Barbaren gehen auf Wanderschaft

Alles neu macht Pandemic: Untergang Roms. Zumindest könnte man langsam zu dem Schluss kommen, wenn ich mir die einzelnen Elemente im hier im Text anschaue. Auch das Ausbreiten der Würfel ist nun anders. Klar, es werden immer noch Karten gezogen und diese bestimmen immer noch, wo die Barbaren landen. Doch nur, wenn sie diesen Ort bereits erreichen können. Ansonsten wandern sie eine Route entlang. Thematisch und spielerisch einfach mega cool! Denn klar, historisch gesehen hatten die Barbaren mehr oder weniger festgelegte Richtungen aus denen sie kamen und überfielen immer wieder die selben Städte. Das geht soweit, dass sie sich bis nach Rom durchplündern – was natürlich das Spielende und eine verlorene Partie bedeutet. Es baut sich innerhalb der Partie eine ganz andere Art von Druck auf, wenn man zusehen kann, wie die Barbaren auf ihren Routen Rom immer näher kommen und man einfach nicht alle gleichzeitig aufhalten kann. Doch wenn es Mal eng wird, hat Rom schon immer ein paar schmutzige Tricks in der Hand gehabt…

Die korrupten Politiker und Generäle…

Der Untergang Roms wird nicht nur durch die Barbaren beschleunigt, sondern auch durch korrupte Spieler! So haben wir bei Aktionskarten (ja die gibts immer noch) die Wahl zwischen einer normalen Aktion und einer stärkeren korrupten Aktion. Allerdings bringt die korrupte Aktion Rom näher an den Abgrund. Diese Entscheidung will gut diskutiert und wohl überlegt sein, doch kann sie im richtigen Moment eingesetzt, das Ruder nochmal herumreißen.

Abschließende Worte

Alex meint

Pandemic: Untergang Roms hat mich insgesamt überzeugt und löst für mich nach vielen Jahren und vielen Partien das normale Pandemie inklusive Auf Messers Schneide ab. Das alleine ist schon eine Leistung! Das historische Setting, die Aufmachung und die vielen kleinen Veränderungen und Details, die die langweiligen Standardaktionen aus dem normalen Pandemie zu spannenden Aktionen mit Konsequenzen machen. Ein Kampf kann total in die Hose gehen oder gegen jede Erwartung ruhmreich enden. Legionen an der richtigen Stelle positioniert können das Blatt wenden und eine korrupte Aktionskarte fordert einen hohen Tribut, doch kann auch eine große Wirkung entfalten. Pandemic: Untergang Roms hat es geschafft dem etwas eingestaubten Pandemic Regelkonstrukt frischen Wind einzuhauen und eine spannende Einzelpartieerfahrung daraus zu erzeugen. Ich finde sogar, dass Pandemic: Untergang Roms etwas schwieriger als das Standard Pandemie ist doch genau das, heiße ich äußerst willkommen.

Wer auf das antike Rom steht und frischen, römischen Wind in seine Pandemie Partien bringen möchte, sollte sich Pandemic: Untergang Roms auf jeden Fall einmal ansehen!

Alex

Hi ich bin Alex '91 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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