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Rezension: Pulsar 2849

Euro im Weltraum

Wir sind im Jahr 2849 und haben die Galaxie erobert und sind nun in der Lage Energie aus Pulsaren zu gewinnen und somit die ganze Galaxie mit Energie zu versorgen. Dies hat zu einem Wettrennen unter den Konzernen geführt, denn jeder will sich das größte Stück vom Kuchen sichern.

Worum geht es?

Pulsar 2849 ist ein Diceplacement-Spiel. Jeder Spieler hat 2 Würfel, die jeweils für eine Aktion eingesetzt werden können. Pro Runde kann noch ein weiterer Würfel – eine weitere Aktion – freigespielt werden. Nach 8 Runden endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt. Man hat also nur zwischen 16 und 24 Aktionen und könnte meinen, dass dies ein schnell gespieltes Spiel ist, bei dem nicht viele Entscheidungen getroffen werden müssen. Aber seht selbst…

Spielaufbau:

Spielmaterial

Für den Spielaufbau benötigt man schon seine Zeit und vor allem eine Menge Platz. In der Mitte wird der Sternhaufen-Spielplan platziert. Darauf werden verdeckt Planetensystem-Plättchen verteilt. Rings um den Spielplan werden dann 3 Zieltafeln, 3 Technologie-Tableaus, Würfelmodifikator-Plättchen, das Gyrodyne-Tableau, das Würfel-Tableau und Transmitter-Plättchen verteilt. Außerdem erhält jeder Spieler 1 HQ-Tableau, Pulsar-Besitzringe, Raumschiffe und Spielermarker.

Wie ihr seht, es ist eine Unmenge an Material vorhanden! Viele der Teile sind beidseitig bedruckt und in verschiedenen Ausführungen, so dass eine hohe Größe an Varianz besteht. Dabei lässt die Qualität des Materials absolut keine Wünsche offen!

Hat man nun alles aufgebaut und sieht das Spiel in voller Pracht vor sich liegen, wird der ein oder andere Spieler erst einmal erschlagen sein. Aber nicht zum einzigen Mal…

Spielplan

Spielablauf:

Das Spiel wird über 8 Runden gespielt, von denen sich jede Runde in 3 Phasen teilt: die Würfelphase, die Aktionsphase und die Produktionsphase.

Würfelphase:

Würfel-Tableau

Der Startspieler würfelt alle Würfel und platziert sie dann, dem Wert entsprechend, auf dem Würfeltableau. Dann wird der Medianwürfel festgelegt. Dies ist der Würfel, der genau in der Mitte liegt. Nun platziert man einen Mediananzeiger. Dafür werden alle Würfel mit dem Wert des Medianwürfels mit der Hand abgedeckt und geschaut, ob mehr Würfel rechts oder links liegen. In diese Richtung verschiebt man dann den Mediananzeiger. Bei Gleichstand bleibt er beim Medianwürfel. Keine Angst, ich werde nicht jede Phase bzw. Aktion so ausführlich beschreiben, aber diesen Mechanismus finde ich einfach genial. Denn dadurch wird bestimmt, wie hoch der Bonus ist, den man für das Nehmen eines schwächeren Würfels bzw. der Malus für das Nehmen eines stärkeren Würfels ist. Nimmt man sich einen Würfel, der links vom Mediananzeiger liegt, also einen Würfel mit einem niedrigeren Wert, darf man einen seiner Marker, entweder in der Initiativeleiste oder in der Technikleiste, um entsprechend viele Felder nach links bewegen. Nimmt man einen Würfel, der rechts vom Anzeiger liegt, muss man einen der Marker nach rechts bewegen. Dabei bestimmen die Marker in der Initiativeleiste, die Spielerreihenfolge und die ersten beiden Spieler in der Technikleiste erhalten in der Produktionsphase einen Bonus in Form von Technik-Cubes.

Dies stellt einen bei der Wahl der Würfel hier schon vor die erste Entscheidung, die man treffen muss. Nehme ich einen Würfel mit einer höheren Augenzahl (mit ihnen kann man in der Regel mehr anfangen) und verliere dadurch Plätze in einer der beiden Leisten oder nehme ich einen niedrigeren und gewinne vielleicht an Plätzen?

Dabei variiert das, was man an Positionen verliert oder gewinnt, von Runde zu Runde. Je nachdem, ob viele hohe oder niedrige Würfel geworfen wurden. Ein prima Mechanismus, den ich so noch in keinem Spiel gesehen habe.

Haben alle Spieler 2 Würfel gewählt, bleibt ein Würfel auf dem Tableau liegen (dieser Würfel gibt in der Regel den Wert des zu erspielenden Bonuswürfels an) und es geht in die…

Aktionsphase:

Ich werde nun nicht jede Aktion genau beschreiben, denn das würde hier absolut den Rahmen sprengen. Aber es bietet sich eine Unmenge an Aktionsmöglichkeiten an:

Man kann mit einem Erkundungsschiff fliegen, man kann Pulsare entwickeln, man kann Energietransmissions-Strukturen bauen, man kann sich Technologien patentieren lassen, man kann an Projekten im HQ arbeiten, man kann Gyrodyne-Plättchen nehmen bzw. aktivieren, … und alles bringt einem weitere Vorteile oder Möglichkeiten.

Technologien

So muss man z.B. erst mit seinem Erkundungsschiff durch die Galaxie reisen, um Planeten zu besiedeln und Pulsare in Besitz zu nehmen. Hat man einen Planeten besiedelt erhält man einen kleinen Bonus, hat man einen Pulsar in Besitz genommen, hat man ab dann die Möglichkeit, ihn mit einem Gyrodyne-Plättchen zu aktivieren, was einem am Rundenende dauerhaft Siegpunkte bringt. Lässt man sich eine Technologie patentieren, bringt dies weitere Vorteile, wie einmalige oder dauerhafte Boni, wie z.B. Erhöhung, der durch die Pulsare generierten Siegpunkte. Das Gleiche beim Energietransmissions-Strukturen bauen und Projekte vom HQ abschließen.

HQ-Tableau

Hat man all die möglichen Aktionen das erste Mal erklärt, sind die neuen Spieler das zweite Mal erschlagen. Dabei ist das Ausführen der Aktionen denkbar einfach. Man platziert seinen Würfel und führt die Aktion aus. Man platziert seinen zweiten und ggf. dritten Würfel, führt die Aktion aus und der nächste Spieler ist dran. Hat das jeder Spieler gemacht kommen wir in die dritte Phase.

Zieltafeln

Produktionsphase:

In der Produktionsphase wird die neue Spielerreihenfolge festgelegt, Technik-Cubes laut Technikleiste verteilt, Punkte für diverse Erfolge, wie z.B. aktive Pulsare, verteilt und diverse Marker verschoben usw., um die neue Runde vorzubereiten. Danach geht es wieder in die Würfelphase.

Spielende:

Nach der 8. Runde gibt es noch eine Abschlusswertung. Dabei erhält jeder Spieler noch mal Punkte für erreichte Ziele, Pulsare, besiedelte Planeten, Spielerreihenfolge, aktivierte Technologien usw. usf.

Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Wie spielt sich Pulsar 2849?

Ich habe versucht alles möglichst kurz und knapp zu halten und trotzdem scheint es unmöglich, den Überblick zu behalten. Im ersten Moment ist das auch so und wenn man das erste Mal seine 2 Aktionen ausführen soll, sitzt man völlig ratlos da und weiß nicht was man tun soll. Also einfach mal machen! Seht die erste Partie als Lernpartie, um rauszufinden, was es alles an Möglichkeiten und Kombinationen gibt. Die eigentlichen Regeln sind dabei sehr einfach und wenn man erst mal angefangen hat zu spielen, geht alles sehr schnell und flüssig und schon in der zweiten oder dritten Runde sind keine Fragen mehr offen und man beginnt schon zu planen, was man am besten machen kann, um möglichst viele Punkte raus zu holen. Leider kann die Downtime in den letzten Runden stark zu nehmen, wenn man mit Spielern spielt, die alle Möglichkeiten haarklein durchrechnen.

Fazit:

Thorstens Meinung

Großartig! Es gibt schier unendlich viele Möglichkeiten, wie man an Siegpunkte kommen kann. Baue ich möglichst viele Pulsare und generiere ich so dauerhaft jede Runde Siegpunkte? Reise ich möglichst viel durch die Galaxie und besiedele möglichst viele Planeten, um am Spielende viele Punkte zu erhalten? Nutze ich meine HQ-Projekte und Technologien, um meine Aktionen zu verstärken und mehr Punkte zu generieren? Versuche ich die vorgegebenen Ziele zu erreichen (habe ich bisher nur kurz beim Spielaufbau erwähnt) oder Punkte über die Transmitter-Plättchen zu generieren? Oder mache ich von allem etwas??

Dann schon die erste Entscheidung bei der Wahl der Würfel, wobei z.B. das Nehmen einer „4“ einem in der einen Runde einen Vorteil und in der anderen Runde einen Nachteil bringen kann.

Dabei gibt es noch so viele Faktoren zu beachten, die die Strategie beeinflussen können. Die ausliegenden Technologien sind jedes Mal anders, es gibt 8 verschiedene HQ-Tableaus und 12 verschiedene Zieltafeln. Außerdem können einem die Mitspieler jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen und man muss umdisponieren und gucken, was noch mit den eigenen Würfeln möglich ist.

Und obwohl das alles nach einem Expertenspiel klingt, gehört es meiner Meinung nach, in den Kennerspielbereich und auch dort maximal ins Mittelfeld. Denn es ist wirklich einfach zu spielen, aber wie sagt man so schön, schwer zu meistern.

Und auch wenn bisher die Pulsar-Strategie, die meisten Siege eingefahren hat, so glaube ich nicht, dass es hier eine alles übertreffende Strategie gibt. Selbst wenn man sich nicht festlegt und von allem etwas macht, hat man gute Chancen auf den Sieg.

Das einzige, was es zu meckern gibt, ist das austauschbare Thema, denn im Endeffekt ist es ein abstraktes Spiel, in dem man Siegpunkte jagt. Aber es fügt sich alles wunderbar ineinander, hätte aber auch jedes andere Thema sein können. Aber dieses Los haben ja die meisten Euro-Games.

Jeder, der auf Euro-Games steht, sollte sich Pulsar 2849 einmal angucken. Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung!

Zusammenfassend

Spielspaß

Super Spiel!

Pulsar 2849 ist für mich das Diceplacement-Spiel. Es bietet sehr viele Gewinnstrategien und viel Varianz, bei leichten Regeln. Dazu super Material, zu einem erschwinglichen Preis.

Tags

Thorsten

Hallo, ich bin der Thorsten und bin Jahrgang '73. Am liebsten spiele ich Eurogames, aber auch Ameritrash findet man zu Hauf bei mir im Regal. In meiner Sammlung ist vom Familienspiel bis zu den Expertenkrachern, alles dabei. Alleine schon, weil das die Chance erhöht, passende Mitspieler zu finden. Denn was gibt´s Schöneres, als in geselliger Runde zu zocken?

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