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Rezension: Mystic Vale

Willkommen im verwunschenen Tal. Als frischer Druide ist es deine Aufgabe dieses Tal wieder zum blühen zu bringen. Womit fragst du dich? Mit der Innovation des Deckbuilding-Genres! Der neuen Card-Crafting-Mechanik. Wir bauen kein Deck mehr, wir bauen Karten und wie das ganze funktioniert, das schauen wir uns kurz an.

Jede Karte hat bis zu 3 freie Slots. Ein Deck besteht immer aus 25 Karten. Manche dieser Karten haben schon einzelne Slots belegt, andere sind komplett frei. Im Spiel müssen wir Mana aufdecken um damit Verbesserungen für unsere Karten zu kaufen. Das ganze funktioniert über einen Push-Your-Luck-Mechanismus. Wir decken Karten auf bis wir 3 Verderbnis erreichen. Wollen wir weiter aufdecken, gehen wir das Risiko ein mit einer 4. Verderbnis zu verderben. Kennt man von den Schiffen bei Port Royal oder der Unzufriedenheit bei Design Town (beide ebenfalls von Pegasus Spiele). Verdirbt man, bekommt man ein Mana als Trost. Gewonnen hat, wer mittels Karten die meisten Siegpunkte sammelt. So weit, so einfach.

Was bietet der neue Mechanismus?

Erst einmal: Neues tolles Spielmaterial. Durch den Mechanismus kommt es zu den durchsichtigen Plastikkarten in Hüllen, in welche man die Verbesserungen steckt. Das hat Aufforderungscharakter, weil man sowas bisher gar nicht oder kaum kennt. Mich begeistert es immer wieder.

Dann finde ich es toll, dass das ausdünnen des Decks wegfällt. Deckbuilder bremsen immer dadurch etwas aus, dass man das eigene Deck vollstopft, man zieht die guten, wichtigen Karten seltener. Das fällt bei Mystic Vale komplett weg und sorgt für ein schnelles und sehr gradliniges Spiel mit positivem Spielgefühl. Das Bauen (craften) der Karten sieht interessant aus und bietet einige Möglichkeiten wirklich mächtige Karten zu machen. Leider bremst der Mechanismus sich da selbst aus. Man kann nur kaufen, was in der zufälligen Auslage liegt. Hier müssen mehrere Faktoren zusammenpassen: Das erspielte Mana, der passende Slot und die richtige Verbesserung. Diese Zufallsfaktoren sorgen dafür, dass man eben nicht auf mächtige Karten hinspielt, sondern immer situativ das Beste versucht mitzunehmen. Bis mächtige Karten wirklich wirken – zum Beispiel eine Karte mit Wächtersymbolen, die selbst Boni durch Wächtersymbole erhält, ist das Spiel meistens schon vorbei, so dass die mühselige Arbeit mehr oder weniger umsonst war.

Das ist äußerst Schade! Denn im Mechanismus steckt eine menge Potential. Ebenfalls schade ist, dass bei uns Vielspielern der Spielreiz doch recht schnell flöten geht. Dazu fehlt einfach die Abwechslung in der Mechanik der einzelnen Effekte. Wirkliche Strategie ist nicht vorhanden – wegen dem situativen Reagieren – und so spielen wir eben vor uns hin. Der nächste Punkt ist die mangelnde Interaktion. Gut, das haben Deckbuilder oft eben so an sich (Positives Gegenbeispiel: Puzzle Strike – schon wieder von Pegasus Spiele), aber bei Mystic Vale spürt man es Mal wieder ganz deutlich. Hinzu kommt, dass Pegasus Spiele die schnellere Variante, in der alle ihre Auslage gleichzeitig vorbereiten, als Expertenvariante in der Regel deklariert hat und eine langsamere, langweiligere Variante, das nacheinander vorbereiten, zur Standardversion gemacht hat. Dadurch wird das Spiel schwerfälliger und meiner Meinung nach nicht einfacher. Man bekommt zwar mehr mit was beim anderen passiert, das ist bei Mystic Vale aber leider vollkommen irrelevant.

Meiner Meinung nach schreit Mystic Vale geradezu nach spannenden Erweiterungen die neue Aspekte in das Spiel bringen. Das Grundspiel hat mir jeden Falls genug Lust auf mehr gemacht, so dass ich Erweiterungen gespannt entgegenblicke. Laut Pegasus Spiele sollen die englischen Erweiterungen ebenfalls auf deutsch rauskommen. Eventuell ja schon zu Nürnberg? Ich würde es mir wünschen!

Für Spieler, die keine Erweiterungen kaufen, würde Mystic Vale bei mir nur 3 Würfel bekommen, da ich finde, dass Grundspiel ist schnell erschöpft. Für das spannende System und mit Ausblick auf mehr Variabilität und Spannung vergebe ich aber 4 Würfel. Das Card-Crafting-System hat es auf jeden Fall verdient.

Bewertung

Gutes Spiel

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Alexander

Hallo,
ich bin der Alex, 1991 geboren und habe Boardgamejunkies ins Leben gerufen. Seit gut 5 Jahren liebe ich Gesellschaftsspiele und alles was damit zu tun hat und fröne dieser Leidenschaft hier. Mein Ziel? Gute Spiele spielen und besprechen und die Szene beleben und unterstützen.

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