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Angespielt: Das Tal der Kaufleute

In „Tal der Kaufleute“ spielen wir Tierkaufleute, die versuchen den imposantesten Marktstand zu errichten und somit Zutritt in die Händlergilde zu erlangen.

Wie funktioniert „Tal der Kaufleute“?

„Tal der Kaufleute“ ist ein Deckbuilder. Wie aus anderen Deckbuildern bekannt, startet jeder Spieler mit dem gleichen Deck von 10 Karten, wovon man zu Beginn 5 Karten auf die Hand zieht.

Zuvor werden aus 6 verschiedenen Tierarten, Anzahl der Spieler + 1 Tierarten ausgewählt, mit denen diese Partie gespielt wird. Von jeder der gewählten Tierarten bekommt jeder Spieler eine Karte mit dem Wert 1 und füllt dann mit sogenannten Ramschkarten das Deck auf 10 auf. Die restlichen Karten der Tierarten werden gemischt und bilden den Marktstapel. Davon werden 5 Karten aufgedeckt und bilden den Markt, aus dem man sich Karten kaufen kann.

Das Spiel spielt sich dann denkbar einfach. Ist man an der Reihe, kann man eine von 4 Aktionen machen:

  1. Eine Karte vom Markt kaufen: die Karten haben alle oben links einen Wert zwischen 1 und 5. Dies ist der Preis, den eine Karte kostet + einen Aufschlag je weiter die Karte weiter links im Markt liegt. Dieser Wert ist aber auch gleichzeitig der Wert, für den ich im Markt einkaufen kann, wenn ich die Karte auf der Hand habe. Die gekaufte Karte erhält man sofort auf die Hand und wirft nur die zum Bezahlen benutzten Karten ab.
  2. Eine Karte als Aktion spielen: Jede Karte hat eine besondere Aktion. Dabei gibt es „Passiv“-Karten und „Technik“-Karten. Der Effekt der „Passiv“-Karten tritt ein, wenn man die Karte auf der Hand hält und vorzeigt. Dafür ist keine Aktion nötig. Spielt man eine „Aktion“s-Karte, tritt der Effekt ein und der nächste Spieler ist am Zug, es sei denn, auf der Karte ist ein kleines „+“. Dann kann noch eine weitere Aktion gespielt werden.
  3. Einen Stapel im eigenen Marktstand bilden: der bereits oben erwähnte Wert der Karten wird auch zum Bilden des eigenen Marktstandes herangezogen. Um den eigenen Stand zu bauen, werden 8 Stapel gebildet, aufsteigend von 1 bis 8. D.h. man beginnt und legt eine Karte mit dem Wert von 1 vor sich ab. Der nächste Stapel muss dann einen kombinierten Wert von 2 haben, danach von 3 usw.. Stapel können aus Karten der gleichen Tierart gebildet werden, die genau den benötigten Wert ergeben.
  4. Die komplette Hand abwerfen und 5 neue Karten ziehen.

Hat man genau eine dieser Aktionen gespielt, oder mehrere, falls einem eine Aktionskarte dies erlaubte, ist die Runde zu Ende und die Karten im Markt werden um 1 nach rechts verschoben (werden also billiger) und der Markt wird wieder aufgefüllt. Danach zieht man seine Hand wieder auf 5 Karten voll und der nächste Spieler ist am Zug.

Der Spieler der seinen Marktstand als erstes gebaut hat, beendet das Spiel und darf sich ab da Mitglied der Händlergilde nennen.

Wie spielt sich „Tal der Kaufleute“?

Dadurch, dass man grundsätzlich (erstmal) nur eine Aktion hat, spielt sich „Tal der Kaufleute“ sehr schnell und auch wenn man noch zusätzliche Aktionen erhält, erhöht sich die Downtime für die anderen kaum, da es so lange Aktionsketten, wie z.B. bei Dominion nicht gibt. Und da kommen wir auch gleich zu meinem größten Kritikpunkt: man braucht die ganzen Effekte der Karten überhaupt nicht! Egal was man macht, man hat immer mindestens einen Wert von 5 auf der Hand und die Karten im Markt kosten zwischen 2 und 9. Da muss es schon mit dem Teufel zugehen, dass man sich nichts kaufen kann. Zumal man die gerade gekaufte Karte dann auch noch direkt auf die Hand bekommt. Hat man also z.B. in der ersten Runde das Glück eine 5er Karte kaufen zu können, bekommt man die 5 auf die Hand und zieht danach 4 1er nach. D.h. man kann bereits in der zweiten Runde jede Karte kaufen. Und wenn man dann wieder eine 5er nimmt, zieht man danach ja auch wieder mindestens 4 1er nach…also warum den Effekt der Karte nutzen, wenn ich eh alles kaufen kann, was ich möchte? Klar, war das jetzt ein optimal konstruierter Ablauf, aber so unwahrscheinlich ist der nicht und wenn man sich nur eine 2er oder 3er Karte kaufen kann, macht das auch nichts, da die ja auch benötigt werden, um die Stapel im eigenen Marktstand bauen zu können.

Somit schaut man eigentlich kaum auf die Fähigkeiten der Karten, sondern nur auf deren Wert und Tierart, um diese möglichst schnell passend für den eigenen Marktstand einsetzen zu können. Zumal die Effekte häufig sehr random sind und einem kaum einen planbaren Vorteil bringen, wie z.B. „tausche den kompletten Markt aus“, „ziehe x Karten und behalte 1“ oder „nimm dir eine Karte aus dem Markt“ – super Effekt, wenn man sich (meist) eh die Karte kaufen kann, die man will.

Wie finde ich „Tal der Kaufleute“?

Thorstens Meinung

Eins vorweg, meine Beschreibung und Beurteilung beruht hier auf nur einer (!) gespielten Partie. Es kann also durchaus sein, dass ich das Potential dieses Spiels einfach noch nicht gesehen habe, aber mein Ersteindruck ist sehr enttäuschend!

Ich finde die Idee vom Deckbauspiel, bei dem man sein Deck auch irgendwann wieder zurück baut (durch die Auslage im eigenen Marktstand), sehr interessant. Dabei sollte dann der richtige Zeitpunkt abzuschätzen sein, wann man eine Karte aus seinem Deck rausnimmt und ab da auf den Effekt der Karte verzichten muss. Das funktioniert hier aber leider überhaupt nicht, da man die Karten eh nicht für die Aktion benutzt, sondern nur zum Einkaufen und Auslegen im eigenen Marktstand. In unserer Runde machte sich dann auch ein wenig Ratlosigkeit breit, ob das wirklich alles so sein kann. Wir haben aber noch mehrfach in die, sehr verständlich geschriebenen, Regeln geguckt und ich habe mir später auch noch ein let´s play angesehen, aber einen Spielfehler unsererseits konnte ich nicht ausmachen.

Vielleicht funktioniert das Spiel mit einer anderen Kombination der Tierarten, von denen es mit „Tal der Kaufleute2“ und der Minierweiterung, insgesamt 13 gibt, besser. Da jede Tierart eine andere Fähigkeit besitzt, ist also eigentlich eine Menge Spielvarianz gegeben und bei einer BGG-Wertung von über 7 muss es ja auch seine Liebhaber haben. Aber was bringen einem 13 Tierarten, wenn man deren Fähigkeiten überhaupt nicht nutzt?

Wie gesagt, ist das mein Eindruck nach nur einer Runde, aber auf eine zweite Runde hatte keiner mehr Lust…

Alex' Meinung

Auch ich kenne „Dale of Merchants“ oder wie es heute heißt, Tal der Kaufleute. Ich hatte vor 2 Jahren die englische Version. Hatte! Denn ich fand das Spiel bestenfalls mittelmäßig. Da muss ich mich im Thorstens Ersteindruck anschließen und ich habe mehr als nur eine Partie gespielt. Der Trick liegt wohl im erfolgreichen Management des eigenen Decks. Dies machte mir aber nicht besonders viel Spaß. Mit der Spielzeit von 20-40 Minuten würde ich es ja eigentlich als Filler bezeichnen. Ein Dominion mit Spielern, die das Spiel kennen, dauert aber auch nicht wirklich länger.

 

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Thorsten

Hallo, ich bin der Thorsten und bin Jahrgang '73. Am liebsten spiele ich Eurogames, aber auch Ameritrash findet man zu Hauf bei mir im Regal. In meiner Sammlung ist vom Familienspiel bis zu den Expertenkrachern, alles dabei. Alleine schon, weil das die Chance erhöht, passende Mitspieler zu finden. Denn was gibt´s Schöneres, als in geselliger Runde zu zocken?

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